Was wir uns von der Wahl versprechen können II

Bundestagswahl 2013-motherbook

In ihrem Beitrag Wo finden sich Mütter in den Wahlversprechen? vom 12.08.2013 bemängelt Gabriele Patzschke, „dass die Politiker aller Parteien so weit an den Bedürfnissen einer so großen potenziellen Wählergruppe [der Mütter] vorbei an einem Strang ziehen“ und sie in den Parteiprogrammen zur bevorstehenden Bundestagswahl gar keine Berücksichtigung fänden.

Heute die SPD: Schön, dass ich auf der Webseite die Wahl habe zwischen 1 Minute, 5 Minuten und einer Stunde zu investieren. Ein Regierungsprogramm haben die natürlich, aber es geht auch kurz und knackig: “Viele Frauen und Männer in Deutschland müssen sich immer noch entscheiden: Zeit für die Kinder oder im Beruf vorankommen. Beides geht oft nicht – weil Betreuungsplätze fehlen. Und weil Arbeitszeiten wenig flexibel sind: Väter arbeiten Vollzeit, Mütter dauerhaft Teilzeit. So ist es meistens.”
Die Partei, die wie keine andere traditionell für den sozialen Staat steht argumentiert finanziell: „Der Staat fördert zudem vor allem wohlhabende Familien: Die steuerliche Entlastung bei Besserverdienenden ist deutlich höher als das Kindergeld. Das muss sich ändern. Moderne Familienpolitik geht anders!“ Das ist wohl ein Statement gegen das Ehegattensplitting.
Die SPD verspricht „Beste Förderung“ (Krippen und Kitas in hoher Qualität und das flächendeckend), „das neue Kindergeld“ (140 Euro pro Rotznäschen – die alte Wahlkampftaktik, für nach der Wahl Freibier für alle zu versprechen) und: „Freiraum durch Familienarbeitszeit: Mehr Zeit für die Familie – für Mütter und Väter. Die SPD wird die Familienarbeitszeit einführen: Eltern können dann partnerschaftlich die Arbeitszeit reduzieren – zum Beispiel beide auf 30 Stunden. Ohne Nachteile für die berufliche Entwicklung, denn es wird den Rechtsanspruch auf eine Rückkehr zur alten Arbeitszeit geben.“

Also hier geht es tatsächlich wieder um arbeitende und nicht um zu Hause bleibende Eltern. Der SPD geht es laut Wahlprogramm stark um besseres Regieren und um mehr soziale Gerechtigkeit. Ob das mit der Tatsache zu vereibaren ist, dass für die Umsetzung der umrissenen Aufgaben einfach mehr Geld aus der Kasse genommen werden müsste (und unter Umständen neue Schulden gemacht werden müssten), möge die geneigte Leserin selbst entscheiden.

Artikel von

2 Töchter, 1 Sohn, verheiratet, Online-Redakteurin, Coach

Ein Kommentar

  1. antonia at | | Rückmeldung abgeben

    Das ist doch mal wieder das typische CDU-Argument: die SPD will Geld verschenken, das es nicht gibt. Das stimmt nicht! Einen Finanzierungsplan gibt es ja, und der heißt Steuererhöhung! Nicht bei allen, aber eben bei denen, die können! Dann sagt die CDU wieder: die Steuereinnahmen sind höher denn je! Wieso also keine finanziellen Hilfen an sozial schwächere Familien ausschütten fragt man sich da?
    Zudem kommt, dass die CDU Teilelterngeld fordert? Sollte die Autorin das nicht vielleicht auch kritisieren, wenn sie hier so gegen die SPD wettert?

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