Unser Wertvollstes Gut – Ein Beitrag gegen Kindesmissbrauch

Gerade in den letzten Wochen scheinen die Nachrichten von schlimmen und teilweise sogar tödlichen Kindesmisshandlungen nur so meine Timlines zu überschwemmen. Ich bin schockiert über die Ausmaße und darüber, wie bildlich die Berichterstattung ist. Was mich aber mindestens genauso schockiert, wie die Tatsache, dass man kleine Kinder, oft noch Babys, schlägt, tritt, verbrüht, einsperrt und ihnen einfach unvorstellbar schlimme Dinge antut, ist, dass Mitmenschen wegesehen, der Staat offensichtlich in solchen Fällen gerne mal „versäumt“ einzugreifen und die Strafen noch immer weit unter denen, von Steuerhinterziehern sind.

Child abuse

Kindesmisshandlung gesellschaftlich toleriert?

 

Solange ein Polizist Bewährungsstrafe bekommt, obwohl er mehrfach Jungen missbraucht hat; wenn ein kleines Mädchen, trotz eindeutiger Anzeichen, so lange misshandelt wird, bis es stirbt, wenn solche Fälle vom Jugendamt und der Staatsanwaltschaft verharmlost werden, dann setzt unsere Gesellschaft eindeutig falsche Zeichen. Wenn unsere Frühwarnsysteme nicht greifen und Zivilcourage immer häufiger in einer mittleren Katastrophe endet, dann wird die Anzahl an Kindesmisshandlungen weiterhin steigen.

 

Unser wertvollstes Gut

 

Als Mutter einer kleinen Tochter gibt es nichts Wertvolleres als die kindliche Unversehrtheit. Deswegen möchte ich sicher sein, wenn ich sie schon in fremde Hände gebe,  dass sie dort gut aufgehoben ist und auch der Betreuer sich in seiner Tätigkeit gut fühlt. Nun sind aber gerade die sozialen Berufe, also die Berufe, die sich mit den Menschen selbst beschäftigen, am wenigsten wertgeschätzt und am schlechtesten bezahlt. Das Ergebnis sind Überforderung, Stress, Frustration und eine schlechte Betreuung unserer Liebsten. Unsere Kinder werden häufig nicht mehr gut betreut, Zeichen von Missbrauch fallen nicht mehr so häufig auf. Unsere Frühwarnsysteme versagen schon bevor sie überhaupt greifen können. Noch schlimmer: Durch die totale Überlastung der zuständigen Pädagogen oder Betreuer fängt der, meist verbale, Missbrauch nun auch an Orten an, wo sich Kinder, neben der eigenen Familie geborgen und aufgehoben fühlen sollen. Dies ist sicherlich eine sehr schwarze Prognose, die ich hier digital an die Wand zeichne. Sie soll aber ganz klar zeigen: Solange wir die Menschen, die sich um unser wertvollstes Gut kümmern, nicht gesellschaftlich und finanziell aufwerten, werden sie nicht mehr unser verlängerter Arm und ein Frühwarnsystem gegen Kindesmissbrauch sein, sondern eine weitere Quelle dessen.

Aufpassen, hinhören, aufstehen.

Wir dürfen nicht wegsehen, wenn Kinder im Bus geschlagen werden. Wir müssen, gerade in Großstädten, einen Schritt aus der Anonymität gehen, und genauer hinhören, wenn ein Kinderweinen stundenlang aus einer Wohnung zu hören ist. Wir müssen in der Gemeinschaft mit den Betreuern und Lehrern unsere Kinder durch ihre Kindheit begleiten, anstatt sie als einfache Dienstleister zu betrachten. Vor allem aber müssen wir uns für härtere Strafen einsetzen. Denn die Strafen, die die Täter für Kindesmissbrauch erhalten sind wirklich  ein Armutszeugnis für unseren Rechtsstaat und alles was damit zusammenhängt.

Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, auch wenn erschreckend, dass all diese Geschichten meine und viele andere Timlines kreuzten, denn so sehen wir jeden Tag was passieren kann und in Zukunft verhindert werden muss. So denken wir darüber nach, was falsch läuft und was jeder einzelne tun kann, damit wir nicht noch mehr von diesen Geschichten sehen müssen…Denn unsere Kinder sind unser wertvollstes Gut!

Mehr Beiträge zu dem Thema findet ihr bei geborgen-wachsen.de. Dort hat Susanne zu dieser sehr wichtigen Blogparrade gegen Kindesmissbrauch aufgerufen, die auch diesen Beitrag veranlasste.

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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