Mütter brauchen neue Lebensphasenmodelle, dann gibt es Platz für viele Kinder…

Schild - Kind und Beruf

Mütter brauchen ihre eigenen Lebensmodelle und eine neue Position in der Gesellschaft! Das ist eine Tatsache, die Sensibilität, Kreativität, Selbstbewusstsein und Offenheit für neue Entwicklungen erfordert.

Geht man von der heutigen sehr zögerlichen Tendenz hinsichtlich der Bereitschaft zur Familiengründung und der niedrigen Geburtenrate aus, lohnt sich ein Blick auf die Ursachen für dieses Phänomen. Zunächst fällt auf, dass der Feminismus der letzten Jahrzehnte einen Fokus hatte, der zu eng war: Frauen kämpften um Gleichberechtigung und wollten beweisen, dass sie gleichwertige Fähigkeiten wie Männer haben und das ist inzwischen Mainstream… Mädchen haben durchschnittlich mehr und die besseren Schulabschlüsse, studieren häufiger und mit besseren Erfolgen- bis die meisten an die „gläserne Decke“ stoßen. Dieser Tatsache versucht man mit verschiedensten Maßnahmen, z.B. mit der höchst umstrittenen Frauenquote zu begegnen.

Vergessen in dieser Debatte wurde ein wichtiger Punkt, der nur Frauen betrifft: die Fähigkeit Kinder zu gebären. Dieser ungeheuer komplexe Vorgang braucht Zeit, Energie, möglichst gute Umstände und beinhaltet eine große Chance zur Potenzialentfaltung. Die Geburt des ersten Kindes ist für die meisten Frauen einer der größten Einschnitte und wichtigsten Wendepunkte in ihrem Leben und zwar mit lebenslanger Auswirkung auch auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Berücksichtigt man diese wundervolle Möglichkeit und sieht sie im gesellschaftlichen Kontext, so fällt zunächst folgendes auf: bei der zu erwartenden demographischen Entwicklung in den Staaten mit niedrigen Geburtenraten sollten Mütter in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken! Dass Frauen nicht mit finanziellen Anreizen zu locken sind Kinder zu bekommen, zeigt die tägliche Realität.

Kinder werden an den Rand der Gesellschaft gebracht, in Einrichtungen möglichst ganztags betreut und verschwinden mehr und mehr aus unserer Lebensrealität und unserem Alltagsleben. Tauchen sie dann irgendwo auf, gelten sie als lästig, ihre Mütter gleich mit, weil sie ja letztlich als die Verursacher dieser Störungen gelten. Dabei können diese wunderbaren jungen Wesen dazu beitragen mit viel Frische, Schwung und neuen Denkansätzen jede Lebenssituation zu bereichern. Um das zu erreichen, können wir uns nur dazu entscheiden wieder mehr mit unseren Kindern zusammenzuleben!

Schaffen wir es, Kinder wieder in unseren Lebensalltag zu integrieren, werden wir alle davon profitieren. Kinder sind dann ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens – und Berufsbilder lassen sich neu definieren: Da die Arbeitswelt sich in rasanter Geschwindigkeit durch neue Techniken und damit veränderten Arbeitsweisen weiterentwickelt, wird es immer mehr Arbeitsplätze geben, die nicht mehr an feste Orte und Zeiten gebunden sind. Damit erhöht sich auch die Möglichkeit für eine immer größer werdende Gruppe von Menschen ortsungebunden zu arbeiten. Entfernt man sich zusätzlich von festen Arbeitszeitvorgaben und variiert die Summe der Leistung, so können perfekt auf die Bedürfnisse von Müttern zugeschnittene Arbeitsbedingungen geschaffen werden.

Ein derartiger Wandel wird auch mittelbare Folgen haben: Mütter haben die Chance mehr Erziehungskompetenzen zu entwickeln und Väter können behutsamer und mit weniger Zeitdruck in ihre neue Rolle hineinwachsen. Väter brauchen nach der Geburt eines Kindes oft etwas länger, um in die Beziehung zu ihrem Kind „hineinzuwachsen“…  schließlich waren sie bestenfalls „co-schwanger“ und es ist ein riesengroßer Unterschied, ob ein Kind im eigenen oder in dem eines noch so geliebten anderen Menschen heranwächst!

Hat das neu entstandene „System Familie“ genügend Raum und Zeit von Anfang an und kann sich ohne Druck von außen entfalten, so wird die Chance für einen nachhaltigen Bindungsaufbau zwischen den Familienmitgliedern größer. Damit erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit für die Kinder in einer stabilen Gemeinschaft aufwachsen zu können.

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4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

Ein Kommentar

  1. viola at | | Rückmeldung abgeben

    Die Vorschläge und Ideen sind weder schlecht noch neu. Allerdings sehe ich nicht, wie das durchgesetzt werden soll. Soll dies ein Appell an die PolitikerInnen sein? Dann ist er bis jetzt ja immer wieder verpufft, obwohl nicht wenige dazu zustimmend nickten und noch immer nicken.

    Aber was wird in diese Richtung unternommen? Welche AnsprechpartnerInnen wurden hierfür gefunden? An welcher stelle findet diese Änderung der Richtung in unserer Gesellschaft schon einen Weg? Und reicht es, dies in den Köpfen der (meist ) selbst Betroffenen zu verankern? Um dann festzustellen, dass die Wirklichkeit hiervon noch immer weit entfernt ist?
    Lasst uns doch einmal nach Skandinavien blicken. Hier gibt es richtige Ansätze, und zwar in der PRAXIS. Darum geht es doch. Und ich sehe (leider) bei uns dafür noch viel zu wenig Raum. Obwohl – an den Universitäten gibt es richtige Anfänge.

    Ich bin gern bereit, unterstützend mitzuhelfen!

    Liebe Grüße aus Wannsee nach Wannsee!

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