Wo finden sich Mütter in den Wahlversprechen?

 

 

motherbook- Sinnvolle wahlversprechen für Mütter?!?

Kurz vor der Bundestagswahl stellen wir Mütter uns die Frage:  „Wo finden sich Mütter in den Wahlversprechen?“    Nirgends….!!! – Das ist die erstaunliche Antwort. Es ist eine unfassbare, nie da gewesene Tatsache, dass die Politiker aller Parteien so weit an den Bedürfnissen einer so großen potenziellen Wählergruppe vorbei an einem Strang ziehen.

Eine Erklärung für dieses Phänomen zu finden ist nicht schwer: Mütter haben keine Interessenvertreter. Je intensiver sie sich um Ihre Kinder kümmern, umso weniger Zeit haben sie für die Außendarstellung. Das übernehmen dann andere, oft kinderlose Frauen und unterstellen Müttern, die entgegen dem vermeintlichen Zeitgeist ihren Kindern eigene Lebenszeit widmen, sie seien feige, unorganisiert und bequem (eine Antwort auf Bascha Mika- Cicero).

Auf Müttern lastet ein enormer gesellschaftlicher Druck:

  • Das neue Scheidungsrecht sorgt dafür, dass Mütter im Falle einer Scheidung nach dem 3. Lebensjahr des jüngsten Kindes keine Unterhaltsansprüche mehr haben.
  • Der Anspruch auf einen Kitaplatz ab dem 2. Jebensjahr, der in der öffentlichen Diskussion einen sehr großen Raum eingenommen hat, suggeriert dass Fremdbetreuung von Kleinstkindern optimal sei.
  • Die Diskussion um das Betreuungsgeld zeigt wie widersinnig eine staatliche Leistung sein kann: von der CSU gefordert rutscht das Betreuungsgeld an den rechten Rand des Parteienspektrums und wird von allen anderen Parteien als „Herdprämie“ verunglimpft.
  • Ein staatlicher Kitaplatz kostet den Steuerzahler monatlich mehr als 1000 Euro– da könnten doch Mütter, die ihre Kinder zuhause betreuen, diesen Betrag für sich und ihr Kind einfordern. Mit dieser monatlichen Unterstützung pro Kind ließe sich für viele Familien ein von Liebe getragenes Familienleben realisieren, in dem auch Platz für mehrere Kinder wäre. Es gibt einige Denkansätze zur Lösung dieser Schieflage, so z.B. die Initiative Kindererziehung entlohnen! – oder die Initiative für das bedingungslose Grundeinkommen
  • Die Zeit, die ein Elternteil ganz der Erziehung und Betreuung von Kindern widmet, fehlt beim Erwerb von Rentenanwartschaften und lässt die eigene Zukunftssicherung zu einem gefährlichen und ungerechten Balanceakt werden.
  • Frauen ohne Kinder und ohne „Karrierehindernisse“ kassieren die Renten, die von den Kindern der Mütter in die Rentenkassen eingezahlt werden, die sich besonders intensiv um Bildung und Förderung ihrer Kinder zum eigenen Nachteil eingesetzt haben.
  • Die Bemühungen der Politik die Kinder möglichst früh aus den Familien herauszuholen und mit Krippen, Kitas und Ganztagsschulen zu „versorgen“ wirken fast so, als wolle der Staat das “Erziehungsmonopol“ an sich reißen– das haben alle fragwürdigen totalitären Staatssysteme auch versucht…
  • Es entsteht der Effekt eines „Misstrauensvotums“ gegen die Eltern ihre Kompetenzen betreffend. Man könnte ja auch Eltern unterstützen ihren familiären Aufgaben qualifizierter gewachsen zu sein- da wo es nötig ist.
  • Die „Mehr-Leistung der Mütter“ ist ein völlig unterschätztes Phänomen:
  1. neun Monate Schwangerschaft,
  2. Stillzeit,
  3. die besondere Bindungsqualität zwischen Mutter und Kind, die nicht mit dem Durchtrennen der Nabelschnur endet,
  4. sondern erst mit den „Abnabelungsprozessen“ eines jungen Erwachsenen etwas an Bedeutung verlieren kann,
  5. wird eine Frau Mutter, so ist das in jedem Fall ein Wendepunkt in ihrem Leben, mit größter Tragweite und das für den Rest ihres Lebens:
  6. Diese Tatsache braucht Raum!!!

Mütter, die sich aus Überzeugung dafür entscheiden einige Jahre ganz für Familie und Kinder einzusetzen, sehen sich diversen Vorurteilen ausgesetzt: schon der Begriff “Nur-Hausfrau” drückt viel der gesellschaftlichen Missachtung aus, die Vollzeitmütter zu spüren bekommen. Je mehr Kinder eine Frau hat, desto schwieriger gestaltet sich ihre Gesamtsituation: die Karrieregestaltung außerhalb der Familie wird komplizierter, die Situation innerhalb der Familie wird anstrengender und die Anforderung an ein sehr stabiles Selbstbewusstsein wächst…

Nach einem halben Jahrhundert Emanzipationsbewegung steckt der Feminismus in der Sackgasse: Frauen sind gleichberechtigt, keine Frage… vergessen wurde der qualifizierende Unterschied zwischen einer Frau und einer Mutter, der eine neue, differenzierte Betrachtung der Lebensläufe von Müttern erfordert. Berücksichtigt man unsere stark angestiegene Lebenserwartung, so bietet es sich an über neue Lebensphasen-Modelle nachzudenken. Die  “Rushhour” des Lebens könnte entzerrt werden, weil in der Familienphase Mütter wertvolle Kompetenzen erwerben, die sie in einer anschließenden Kariere außerhalb der Familie gewinnbringend einsetzen könnten.

Die Politik hätte hier ein nahezu unerschöpfliches Potenzial an Themen, die zugunsten der Gesellschaft anzupacken wären. Dann könnten die Parteien um die Wählergunst der Mütter mit interessanten Angeboten werben und es gäbe einen auch für Mütter spannenden Wahlkampf!

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4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

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