„Mütter, ihr habt die Wahl………..“

Cartoon peoples

Vergangenes Wochenende hatten wir Besuch von meiner Cousine und ihrem Mann aus Willmington, Delaware. Meine Cousine arbeitete dort als Kinderpsychologin. Sie gehörte in Deutschland zu den ersten Studenten, die sich speziell für Kinderpsychologie entschieden hatte. In den USA war es nach einem Fulbright Stipendium unkompliziert eine feste Anstellung als Kinderpsychologin zu finden. Sie fand ihren Partner, bekam drei Kinder und hilft jetzt ehrenamtlich Kindern und deren Familien in sozialen Brennpunkten.

So weit so gut. Nach der Begrüßungsfreude kamen wir schnell auf die verschiedenen Punkte, die immer besprochen werden, damit wir uns gegenseitig auf den neuesten Stand bringen zu den Themen: Gesundheit, Politik, Beschäftigung, Katastrophen, Urlaub. Das persönlichste Thema ist immer „ und was machen deine Kinder und Enkelkinder?“ „Wie geht es euren Jungs?“

Zunächst folgte der Austausch von Fakten. Die Kinder haben bereits selber Kinder. Meine Cousine hat 7 Enkelkinder. Da gibt es viel zu berichten. Scheidung, neue Arbeitsstelle kurz nach der Geburt, Umzüge, Verlust eines Elternteils. Häufiger Einsatz der Großeltern bei den Kindern an der Ost- oder Westküste, um die Eltern zu entlasten.

Das erste Enkelkind meiner Cousine besucht seit einem Jahr die NYU und benötigt dafür ~ 55 000 Dollar im Jahr und das über einen Zeitraum von mind. 3 Jahren. Eltern und Großeltern beiderseits beteiligen sich an den Kosten! Bei 7 Enkelkindern wird es mit der Gerechtigkeit und Altersrücklage dann schon schwierig, man kann – man will – nicht den Kindern zur Last werden.

Glücklicherweise kann meine Cousine ihr Ferienhaus in der Chesapeake Bay verkaufen. Dann können die Enkelkinder das Geld zur Ausbildung verbrauchen.

Nicht lange ließ sich das leidige Thema der Wahlen vermeiden.

Wahlen, nicht nur unsere politische am Sonntag auch die Wahl oder Entscheidung der Frauen.

„Mütter in Deutschland sollten nicht für mehr Kita Plätze kämpfen, sondern für die Möglichkeit ihre Kinder über einen längeren Zeitraum in den ersten Jahren selbst betreuen zu können, d.h. sie sollten die Chance haben erst mal Mutter zu werden“. Als Kinderpsychologin konnte meine Cousine über unsere Hysterie in Deutschland gegenüber den Betreuungsplätzen nur lächeln mit der Begründung, dass wir Frauen in Deutschland noch die Wahl hätten, wie wir als Mutter mit uns und unseren Kindern und unserm Partner leben wollen, außerdem stünde außer Frage, dass eine Betreuung zu Hause in den ersten Jahren von Mutter oder Vater immer noch der beste Start ins Leben sei. Eine hervorragende Ausbildung gibt es in Deutschland noch zum fast Nulltarif!

Ein gut gemeintes Statement von der Kinderpsychologin?

Jetzt haben wir Mütter die Wahl, aber wir haben immer die Wahl!

Ich wünsche allen Müttern eine fröhliche Wahl, die uns in der Zukunft zufrieden sein lassen kann.

(nicht zu verwechseln mit #Parteienwahlqual) 

Artikel von

2 erwachsene Söhne

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