Mompreneurs #4 – Esther Eisenhardt von Mompreneurs.de

#Mompreneurs – MOTHERBOOK®

 

 

Fragebogen GründerInnen: Esther Eisenhardt – Mompreneurs

Esther Eisenhardt – Mompreneurs.de –MOTHERBOOK®

Bevor es losgeht, beschreibe Deine Idee in drei Sätzen:

Meine Idee „Mompreneurs“ ist ein Netzwerk und Wegweiser für Mütter, die Selbständigkeit und Familienleben unter einen Hut bringen müssen. Es geht darum Erfahrung und Wissen zu teilen und Mütter auf ihrem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen. Mit unserer Vision „mit weniger mehr erreichen“ wollen wir Mütter ermutigen „einfacher“ zu gründen, d.h. Wege zu gehen, die Zeit, Geld und Nerven sparen, erprobt sind und die es ihnen ermöglichen sich selbst zu verwirklichen ohne Erwartungsdruck die ganz große Erfolgsgeschichte schreiben zu „müssen“. In unseren Mompreneurs Porträts zeigen wir großartige Mompreneurs, die ihren ganz persönlichen Weg gegangen sind, um andere Mütter zu inspirieren und zu ermutigen.

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1. Was hat dich dazu bewegt, zu gründen?

Ganz klar meine eigenen Geschichte: Nach über 10 Jahren im Angestelltenverhältnis wollte ich endlich mein eigenes Ding machen. Also auf ins Gründerleben, wo ich feststellte, dass die Berliner Startup-Szene zu 95% aus Männern bestand, die in einer 70+ Std. Woche versuchten mit Venture Capital, einem großen Team noch viel größeren Erfolgsvorstellungen das „große Ding zu landen“. Das wollte und konnte ich einfach nicht. Bei dem Versuch es auch so zu machen, machte ich Fehler und lernte meine Lektionen, d.h. war an vielen Erfahrungen reicher. Schließlich gründete ich eine Mompreneurs Meetup Gruppe, um mein Wissen und meine Erfahrungen zu teilen. Ich stellte fest, dass ich nicht alleine war und das selbständige Mütter einen realen Bedarf hatten, nach Austausch, Unterstützung und Inspiration Selbständigkeit und Familienleben zu vereinbaren.

 

2. Warum braucht die Welt Dein Unternehmen bzw Deine Idee?

Die Welt braucht Mompreneurs, weil es viel zu wenig weibliche Gründerinnen geschweige denn Mütter gibt. Es gibt so viele Mütter, die nicht nur tolle Ideen haben, sondern auch sehr qualifiziert und erfahren sind und gerne „was Eigenes“ machen wollen, aber es aus verschiedenen Gründen nicht schaffen. Wenn wir vereinfacht gesagt davon ausgehen, dass die Hälfte unserer Zielgruppen weiblich sind, dann ist es schwer vorstellbar, dass Männer diesen Bedarf decken. Frauen und insbesondere Mütter sind Familien-Mangerinnen, erkennen Potentiale, treffen intuitive Entscheidungen, können sich gut in andere Menschen reinversetzen. Kurzum: Die Welt braucht sie als Potential, Wirtschaftskatalysator und vor allem als Vorbilder!

 

3. Welche Personen haben Dich besonders unterstützt?

Meine Familie, meine Freunde und mein Mentor Christoph Räthke. Und ohne meinen „eisenhardten“ Willen hätte ich wahrscheinlich schon aufgegeben: Es gab schwierige Zeiten und ich habe mich gefragt, ob es Sinn macht weiterzumachen. Aber ich habe immer versucht an mich und meine Vision zu glauben und das hat mir geholfen.

 

4. Wie hast Du Deine Gründung finanziert?

Bei der ersten Idee entschied ich mich, zusammen mit meinen damaligen Mitgründern, auf einen technischen Förderantrag zu setzen. Es stellte sich allerdings heraus, dass das für uns einfach nicht passte. Diese Erkenntnis kostete uns viel Zeit, Nerven und Geld und zuletzt auch das Team. Seitdem bin ich absolut überzeugt, dass es mehr Sinn macht (erst mal) klein zu starten, d.h. Risiko und Kapital zu begrenzen. Mompreneurs ist folglich komplett eigenfinanziert. Ich arbeite mit erprobten Tools und habe das Glück, dass ich ein gutes Netzwerk habe, d.h. fragen kann, was erfahrungsgemäß funktioniert und was weniger empfehlenswert ist.

 

5. Welche Hürden waren die größten, die Du nehmen musstest?

Eine große Hürde war der technische Förderantrag, weil er (wie schon gesagt) viel Zeit, Geld und Nerven gekostet hat. Eine weitere Hürde war der Engpass an guten Technikern oder allgemein gesagt die Schwierigkeit gute Leute zu finden.

 

6. Was würdest Du im Nachhinein anders machen?

Mompreneurs ist quasi meine zweite Idee, wo ich bereits Dinge anders mache. Das ist ja das Schöne und zugleich auch das Schwierige, dass man (als Gründer) die Dinge selbst in der Hand hat. Man kann den Kurs immer ändern und damit testen was funktioniert und was weniger funktioniert. Bei den Rahmenbedingungen bspw. der Entscheidung, welche Rechtsform richtig ist, ist das schon schwieriger. D.h. ich würde bspw. nicht ex ante eine GmbH gründen, sondern erst mal als Einzelunternehmer starten und mit einfachen Mitteln testen, ob eine Idee Potential hat.

 

7. Was würdest Du jetzt machen, wenn Du nicht gegründet hättest?

Ich würde vermutlich an einer anderen Idee arbeiten. Ich bin ein intuitiver Mensch, d.h. tue das was sich für mich „richtig“ oder „gut“ anfühlt. Manchmal ergibt sich auch die Möglichkeit aus der Situation heraus, d.h. dass man bspw. zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist oder die richtigen Menschen trifft  und dann die Chance ergreift.

 

8. Mit welcher GründerIn würdest Du dich gerne mal auf einen Kaffee treffen und warum?

Ich kann hier gar keine „großen“ Namen nennen. Ich treffen in meinen Mompreneurs Meetups ganz tolle Frauen und Gründerinnen, die ich so nicht treffen würde und bin immer wieder sehr beeindruckt welchen Weg sie gegangen sind. Ich habe vor allem Respekt vor selbständigen Müttern, die aus eigener Kraft ganz viel möglich gemacht haben und diese Erfahrungen teilen. Das ist sehr bereichernd.

 

9. Was würdest Du machen, wenn Dir jemand jetzt eine Millionen Euro gibt?

Ich würde mir sehr gut überlegen, wie ich das Geld einsetze. Vermutlich würde ich einen großen Teil in mein Business und meine Ideen investieren, aber auch einen Teil in meine Familie und mich, d.h. etwas was uns allen gut tut, woraus wir Kraft und Freude tanken. Das ist so wichtig und wird heute zu oft übersehen bzw. aufgeschoben.

10. Wie sehen Deine Sonntage aus?

Das ist sehr unterschiedlich. Wir versuchen, wenn möglich, die Zeit gemeinsam mit der Familie zu nutzen, da mein Mann unter der Woche viel unterwegs ist. Aber weniger gezwungen, sondern so wie es passt und wie alle wollen. Manchmal ist es auch schön und wichtig mal was für sich zu tun. Das gilt für uns alle.

 

Vielen Dank, liebe Esther und wir wünschen Dir einen ganz großen Erfolg mit Deiner  wunderbaren Idee!

Artikel von

4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

Ein Kommentar

  1. Petra Weiner at | | Rückmeldung abgeben

    Tolles Interview! Ich würde auch gerne was eigenes auf die Füße stellen aber mit was und wie fange ich das nur an…?
    Die Zeit ist wohl noch nicht reif…

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