Mompreneurs #7: Severine Naeve von Cottonbudbaby

#Mompreneurs – MOTHERBOOK®

Die eigene Firma und eine Familie – eigentlich gründet man so gleich zwei Unternehmungen und das meist parallel. Dies bedeutet häufig doppelte Herausforderung und doppelte Belohnung. Mit diesem Fragebogen möchten wir gerne herausfinden, wie individuell erfolgreich diese Wege verlaufen können, was gestärkt und inspiriert hat und wie es Mütter schaffen beides zu stemmen.

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Bevor es losgeht, beschreibe Deine Idee in drei Sätzen:

Cottonbudbaby ist ein Baby-Erstausstattungsverleih und schickt frischgebackenen Müttern und Vätern alles, was das Baby am Anfang an Kleidung braucht, in der Cottonbudbaby-Box nach Hause. Die Kleidung ist selbstverständlich bio & hochwertig zertifiziert & auch noch hübsch. Wächst das Baby aus der ersten Größe heraus, schicken wir den Familien die Cottonbudbaby-Box mit der nächsten Größe zu, so dass das Baby immer perfekt angezogen ist, ohne dass die Eltern schmerzhafte Kompromisse zwischen Qualität und Preis machen müssen und sich vor allem auch viel Einkaufsstress sparen können.

1. Was hat dich dazu bewegt, zu gründen?

Als Journalistin habe ich viel im Schichtdienst gearbeitet und leider schnell gemerkt, dass ich das mit Kleinkind leider nur mehr schlecht als recht schaffe. Wenn Meine Tochter Emma am Sonntagabend Fieber bekommen hat, hatte ich mit Blick auf den Frühdienst am Montag schon Magenschmerzen. Ich wurde quasi doppelt bestraft, mit krankem Kind und Verdienstausfall für nicht angetretene Dienste. Insgesamt war das alles sehr frustrierend.

Das Konzept des Verleihs von Babykleidung schwirrte mir schon seit der Elternzeit durch den Kopf und wurde immer konkreter. Nachhaltigkeit ökologisch bewusstes Leben sind mir sehr wichtige Anliegen und ich habe lange als Autorin Nachaltigkeitsberichte für große Unternehmen geschrieben. Bald wurde aus der Idee ein Businessplan und aus dem Businessplan wurde nun Cottonbudbaby. Und ich bereue es keine Sekunde. Künftig ich zwar sicher nicht weniger arbeiten, aber selbstbestimmt und vor allem auch viel von zu Hause aus.

Severine_Emma

2. Warum braucht die Welt Dein Unternehmen bzw Deine Idee?

“Leihen statt Kaufen” schont Ressourcen und durch die hohe Zertifizierung unserer Marken tragen wir zu einer nachhaltigen und menschenfreundlichen Textilproduktion bei. Eltern sparen jede Menge Geld und Stress und haben mehr Zeit für das Wichtigste: ihr Baby. Und sie müssen kein zweites Kellerabteil für die ganzen Babysachen mieten, die wie neu aussehen, aus denen ihr Kleines aber nach drei Wochen schon rausgewachsen war und die sie bestimmt ganz bald, wenn mal Zeit ist, im Internet versteigern 😉

3. Welche Personen haben Dich besonders unterstützt?

Ganz weit vorne ist mein Mann Jason zu nennen. Er hat von Anfang gemeinsam mit mir überlegt, wie wir alles umsetzen können. Außerdem ist er Programmierer und hat die Webseite entwickelt.

Dazu kommen viele Freundinnen und Freunde, die mir zur Seite stehen. Ich habe mir bereits viel Expertise aus meinem Umfeld geholt. Zwei Freundinnen sind Profis aus der Modebranche, ein Freund ist seit vielen Jahren Online-Marketingexperte, ein anderer Werbeagenturbesitzer … die geben mir alle wertvolle Ratschläge, ich löchere sie ständig mit meinen Fragen und hole mir ihre Hilfe, wenn ich sie brauche. Meine Freundin Inka ist Fotografin und hat alle Fotos gemacht und für die Crowdfunding-Kampagne gefilmt. All das auch erstmal als Freundschaftsdienst. Das ist wirklich unglaublich, wie viel Unterstützung ich bekomme. So kommt man ganz schön weit, auch wenn man noch kein Geld für Gehälter hat. Dafür bin ich sehr dankbar!

4. Wie hast Du Deine Gründung finanziert?

Zunächst einmal alleine. Das sind zwar am Anfang überschaubare Summen für bspw. Lizenzen für Software oder die Logogestaltung etc. – aber das summiert sich. Ich hatte mich schon vorher nach Fördermöglichkeiten erkundigt und die Gründerförderung von der Agentur für Arbeit erschien mir am unkompliziertesten und am schnellsten umsetzbar. Das hat auch erfreulicherweise geklappt. Um nun die nächsten Schritte zu gehen, haben wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. In dem Film dazu ist übrigens auch die Idee noch mal sehr kompakt erklärt: https://www.indiegogo.com/projects/www-cottonbudbaby-com/x/8889440

5. Welche Hürden waren die größten, die Du nehmen musstest?

Die größte Hürde ist eigentlich, die Entscheidung zu treffen, zu gründen. Alles andere ist dann zu bewältigen. Zumindest bislang – ich will doch hoffen, dass das so bleibt ☺ Selbst mit meiner kleinen Tochter klappt das gut. Ich arbeite zwar jetzt mehr als vorher, das allerdings viel öfter an der Seite meiner Tochter. Viele Mails beantworte ich im Kindercafé oder beim Warten in der Tanzschule. Der Alltag bietet jetzt ja Möglichkeiten, sich die Arbeit in familientaugliche Häppchen einzuteilen.

Cottonbudbaby-Box

6. Was würdest Du im Nachhinein anders machen?

Bislang entwickelt sich alles sehr gut. Kleinigkeiten würde man im Nachhinein immer anders machen, aber wir sind ja in einem dynamischen Entwicklungsprozess – da kann und muss man immer wieder korrigieren.

7. Was würdest Du jetzt machen, wenn Du nicht gegründet hättest?

Mich weiterhin zwischen Berufs- und Familienleben hin- und hergerissen fühlen und mir Sorgen um die Zukunft machen. Dafür habe ich jetzt gar keine Zeit mehr ☺

8. Mit welcher GründerIn würdest Du dich gerne mal auf einen Kaffee treffen und warum?

Mit Beate Uhse, die leider nicht mehr lebt, hätte ich mich gerne einmal getroffen. Von ihr hätte man sicher viel darüber lernen können, wie man mit Gegenwind klar kommt und sich durchsetzt, auch wenn nicht alle gleich Fan der eigenen Idee sind.

9. Was würdest Du machen, wenn Dir jemand jetzt eine Millionen Euro gibt?

Mir eine auf uns zugeschnittene Warenlogistik-Software programmieren lassen, mehr Geld für Marketing ausgeben, ein paar Ideen für Cottonbudbaby möglicherweise ein bisschen schneller umsetzen können und meiner Tochter und mir ein Pferd kaufen.

10. Wie sehen Deine Sonntage aus?

In den letzten Monaten waren mein Mann und ich abwechselnd mit unserer Tochter im Kindercafé und der jeweils andere hat zu Hause gearbeitet. Letzte Woche haben wir das erste Mal seit langer Zeit wieder einen ganzen Sonntag alle gemeinsam verbracht – das war herrlich. Wie Urlaub. Aber ehrlich gesagt lese ich auch dann zwischendurch meine Mails und beantworte Anfragen. Sicher bleibt es weiterhin erstmal arbeitsintensiv, aber Cottonbudbaby macht uns auch sehr viel Spaß! Und einen Familientag werden wir uns in Zukunft nun wieder öfter erlauben. Und, wer weiß, wenn es ganz verrückt kommt, ist demnächst ja sogar mal ein ganzes freies Wochenende drin ☺

Vielen Dank!

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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