Mompreneurs #6: Lena Richter von jamaaa.de

#Mompreneurs – MOTHERBOOK®

Die eigene Firma und eine Familie – eigentlich gründet man so gleich zwei Unternehmungen und das meist parallel. Dies bedeutet häufig doppelte Herausforderung und doppelte Belohnung. Mit diesem Fragebogen möchten wir gerne herausfinden, wie individuell erfolgreich diese Wege verlaufen können, was gestärkt und inspiriert hat und wie es Mütter schaffen beides zu stemmen.

Bevor es losgeht, beschreibe Deine Idee in drei Sätzen:

jamaaa.de ist ein soziales, beratendes Netzwerk für Mütter und Hebammen.

Es erlaubt Müttern wie Hebammen einen schwellenniedrigen, sinnvollen und unterstützenden Austausch. Mütter wie Hebammen profitieren bei jamaaa.de gleichermaßen!

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Was hat dich dazu bewegt, zu gründen?

Der Wunsch nach sinnvoller Arbeit, mit eigenem Zeitmanagement, das unserem Familienleben angepasst ist, sowie die Zusammenarbeit mit meinem Mann. Familie ist für mich privat als auch beruflich schon immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Die zwei wunderbaren Hausgeburten unserer beiden jüngsten Kinder, die uns meine gute Freundin und Hebamme Franziska Rasche ermöglicht hat, haben meinen Mann und mich erfahren lassen, wie wichtig eine gute und vertraute Hebammenbegleitung ist. So haben wir uns mehr und mehr mit diesem Thema vertraut gemacht.

 

Warum braucht die Welt Dein Unternehmen bzw. Deine Idee?

Weil jamaaa.de Müttern in einer ihrer wichtigsten Lebensphasen schnellen Zugang zu einer kompetenten Begleitung durch eine Hebamme ermöglicht. Als gelernte Paar- und Familientherapeutin, aber auch als Mutter, wird mir immer wieder deutlich, wie wichtig es ist Übergangssituationen die das Leben für einen bereit hält, gut zu begleiten, um sie zufrieden annehmen zu können. Eine der wohl prägnantesten Veränderungen für ein Paar ist der Übergang von der Zweisamkeit in die Dreisamkeit, vom Paar zur Familie.  Es ist wichtig, dass das Paar bereits die Schwangerschaft gemeinsam erlebt und sich auf das ungeborene Baby einlässt. Das Leben als Familie beginnt in der Schwangerschaft bereits zu wachsen und nicht erst mit der Geburt des Kindes.

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Welche Personen haben Dich besonders unterstützt?

In der Familie waren es meine Eltern, Schwiegereltern und ganz besonders die Schwester meines Mannes mit ihrem Freund. Befreundete und bekannte Hebammen

haben uns wertvolle Ideen und Anregungen für jamaaa.de gegeben. Die freiberuflichen Hebammen Franziska Rasche, Melanie Bredow sowie Judith Meyer und Maya Bachmann aus der Hebammenpraxis „Mittendrin“, aber auch das Team aus der „Hebammenzeit“ waren und sind eine große Stütze für jamaaa.de. Besonderen Dank an Euch, liebe Familie, Hebammen und Freunde!

 

Wie hast Du Deine Gründung finanziert?

Die gesparte Rente für die Zeit nach dem Arbeitsleben wurde geplündert und für das jetzige Arbeitsleben eingesetzt. Dazu nehmen wir den Gründerzuschuss der Agentur für Arbeit in Anspruch. Der eigene Gürtel wird noch ein bisschen enger geschnallt und das muss reichen. Es ist nicht viel Geld, was zu Verfügung steht und so wird alles was irgend möglich ist aus eigener Hand gemacht,  was wiederum viel Zeit in Anspruch nimmt. Vielleicht erhalten wir bei einem Gründerwettbewerb mal etwas Unterstützung.

 

Welche Hürden waren die größten, die Du nehmen musstest?

Es gab einige Situationen, bei denen es galt die Nerven zu behalten. Sei es, den ganzen Vormittag mit zwei Kindern vor dem Bezirksamt zu stehen, nur um eine Wartemarke zu ziehen, wiederholt warten zu müssen, um dann zu erfahren, dass die vorher angeforderten Dokumente doch nicht erforderlich sind und die ganze Warterei umsonst war. Oder die Flyer, die einfach nicht in Druck gegangen sind, dass gewünschte Papier nicht verfügbar war und ich darüber nicht von der Druckerei in Kenntnis gesetzt wurde. Das sind alles Stresssituationen, über die ich mich ärgerte, aber im Nachhinein noch keine Katastrophe darstellen. Es gibt ja bekanntlich keine Probleme sondern nur Herausforderungen.

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Was würdest Du im Nachhinein anders machen?

Ich hätte die Idee zu jamaaa.de mit meinem Mann gerne früher gehabt und bereits mit zwölf Jahren anfangen sollen dafür zu sparenJ

 

 Was würdest Du jetzt machen, wenn Du nicht gegründet hättest?

Wahrscheinlich würde ich mir darüber Gedanken machen, wie ich Gründen könnte, während ich es meinen Kindern ermögliche, ihre Mutter zuhause zu haben. Mein Mann wäre beruflich stark eingespannt und die gemeinsame Familienzeit würde sich auf das Wochenende beschränken.

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Mit welcher GründerIn würdest Du dich gerne mal auf einen Kaffee treffen und warum?

Da fällt mir ganz spontan Rose Volz-Schmidt, die Gründerin von „wellcome“ ein. Ich finde es bewundernswert, wie sie es geschafft hat professionelle Hilfe und Ehrenamtlichkeit zusammenzubringen, um junge Familien in ihren Herausforderungen zu unterstützen.

 

Was würdest Du machen, wenn Dir jemand jetzt eine Millionen Euro gibt?

Mich riesig freuen natürlich! Der Traum in einem kleinen Haus mit Garten zu leben würde auf einmal realistisch werden und all den Ideen zur Weiterentwicklung von jamaaa.de wären keine Grenzen gesetzt. jamaaa.de würde in mehrere Sprachen übersetzt werden, Themenfelder wie Trage- und Stillberatung, Hilfe für Mütter mit Sternenkindern, Unterstützung für Eltern bei Kindern mit Behinderung etc. würden ausgebaut werden und jamaaa.de schon in Kürze bereichern! Wenn das umgesetzt wäre, würde das Geld sinnvoll weitergegeben werden.

 

Wie sehen Deine Sonntage aus?

Wir verbringen unsere Tage tatsächlich eher ruhig, lassen uns Zeit in den alltäglichen Dingen, die Kinder malen, fahren BMX, klettern auf Bäume und sammeln momentan eine Menge Kastanien und Haselnüsse. Abends haben mein Mann und ich gerne Freunde zum gemeinsamen Kochen und Entspannen da. Ausflüge und besondere Aktivitäten sind bei uns nicht unbedingt an einen Sonntag geknüpft, sondern spontane Ideen.

 

Vielen Dank!

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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