Über das Buch zum Weltwissen der Kindererziehung von Michaela Schonhöft

Kindheiten-Michaela SchonhöftMichaela Schonhöft, selbst vierfach-Mutter, hat in ihrem hochinteressanten Buch liebevoll untersucht und reflektiert wie weltweit Kindheit, Erziehung und das Leben mit Kindern von der jeweiligen Kultur geprägt ist. Ihre Motivation für dieses Projekt beschreibt sie selbst folgendermaßen:

Meine Tochter stellte mir nach einer langen Reise durch Asien die Frage: „Mama, wo wohnt das Glück?“ Und ich stellte mir die Frage: „Hat sie wirklich eine glückliche Kindheit?“ Auf der Suche nach dem Wohnort des Kindheitsglück habe ich mich mit Eltern, Familientherapeuten und Wissenschaftlern auf fünf Kontinenten darüber unterhalten, was für sie eine gute Kindheit ausmacht. Für mich hat sich bei diesen Gesprächen nach und nach ein Puzzle zusammengesetzt. Ich habe vieles in Frage gestellt, was ich bisher für selbstverständlich hielt. Es ist nicht leicht, sich vom eigenen kulturellen Erziehungsumfeld zu lösen, das wurde mir zwar schnell bewusst. Denn gerade der deutsche mütterliche Allmachtswahn hat mich manchmal recht fest im Griff.

Doch Kinder, das ist ein Fazit meiner Reise zum Kindheitsglück, geht es vor allem in den Gesellschaften gut, in denen Erziehung als gemeinschaftliche Aufgabe betrachtet wird, in denen Mütter nicht die Last, aber auch die Freuden des Elternseins großteils alleine erleben. In Italien und Spanien zum Beispiel erleben Kinder eine große Geborgenheit innerhalb der Familie. Freunde, Verwandte, Nachbarn kümmern sich. Kinder sind fast überall sehr willkommen, ob in Restaurants, Geschäften, Behörden. Kaum jemand stört sich dort an laut spielenden Kindern.

Viele Studien belegen, dass es auch Kindern in den Niederlanden oder Skandinavien vergleichsweise gut geht. Das Familienmodell in diesen Ländern ist sehr egalitär, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Beruf und Familie zu vereinbaren, sind exzellent. Kindern wird viel Raum gegeben. Sie haben mehr Mitspracherechte. Die Kindergärten sind gut. In den Schulen wird neun Jahre lang gemeinsam gelernt. Es gibt also keinen frühen Übergangsstress wie in Deutschland. Das skandinavische Schulsystem ist erfolgreich, die Schülern lernen, haben aber auch viele Ruhephasen und können noch recht lange Kind bleiben. Vätern wird es leichter gemacht, sich viel Zeit für die Familie zu nehmen, es wird auch von ihnen erwartet.

Kindheitsglück möchte ich aber gar nicht an einer Kultur, an einem Land festmachen. Es kann überall Zuhause sein, egal ob in einer Klein- oder Großfamilie, am Nordpolarkreis, in einem Münchner Vorort, einem Dorf in Kamerun oder in einer winzig kleinen Wohnung in Tokio. Glückliche Kindheiten können überall dort entstehen, wo Erwachsene sich einfühlsam auf die Heranwachsenden einlassen und sich Zeit für sie nehmen – vorausgesetzt natürlich die grundlegenden, lebenswichtigen Bedürfnisse sind erfüllt. Eltern und Kindern tut es gut, offen zu sein, sich auszutauschen. Mich hat es sehr beeindruckt, wie viele japanische Eltern mit ihren kleinen Kindern umgehen, wieviel Geduld sie an den Tag legen. Niemand käme dort auf die Idee von „kleinen Tyrannen“ zu sprechen, wenn sie mal einen Trotzanfall haben. Kinder lernen von Vorbildern, vor allem von empathischen Vorbildern, am besten von vielen, frei nach dem bekannten afrikanischen Sprichwort:

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind in einen erwachsenen, reifen Menschen zu verwandeln…und eine Menge Humor!

 

 

 

Artikel von

4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

2 Kommentare

  1. SBK Weinheim at | | Rückmeldung abgeben

    Mit einer Mutter die so viel über Kinder versteht hat Ihre Tochter bestimmt schon das Glück in Ihnen gefunden.

    Viele Grüse

  2. Mila at | | Rückmeldung abgeben

    Wow, das Buch würde ich sehr sehr gerne Lesen!

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