Kinderreichtum: Herausforderung, Glück und Härtetest

 Läuft man als Schwangere mit drei kleinen Kindern an der Hand durch die Stadt, wird man immer wieder angesprochen: „Patchworkfamilie?!? Oder sind das alles Ihre Kinder?!?“-Und wenn’s alle die eigenen sind, kommen gleich im Anschluss die Fragen, ob man katholisch sei oder die Schwangerschaft doch aber sicher ein Versehen… Stimmt das auch nicht, folgt ein ungläubiger Blick und die Feststellung: „Sie sind aber mutig!“ -Immer wieder wird dann mit einem melancholischen Seitenblick festgestellt, man hätte eigentlich auch gerne viele Kinder, aber der Beruf, das Geld, die Politik, die kinderfeindliche Gesellschaft, der falsche/fehlende Partner u.v.m. behinderten die Umsetzung dieses Wunsches. Schade eigentlich! Das klingt nicht nach Wahlfreiheit, nicht nach Selbstbestimmtheit, nicht nach Optimismus in einem der reichsten Länder der Welt…

Hat man dann vier oder womöglich mehr Kinder, kommt man im Alltag immer wieder kurz an seine Grenzen: so zum Beispiel Sonntags morgens um 6 Uhr: Am Abend vorher auf einem tollen Fest kinderloser Freunde versuchte man noch mit Mineralwasser-wegen des Stillens- „Alete-Gespräche“ vermeidend so „cool“ zu sein wie zu kinderlosen Zeiten und nicht zuletzt sich selbst zu beweisen, dass man kein „Babynerd“ geworden ist…

Refelktiert man nach zwei Stunden morgendlichem Dämmerzustand und der 17. Frage “Mama, wann stehn wir auf?!?“, durch zwei kleine Sehschlitze blinzend dieses Gewusel voller Energie und Lebensfreude um sich herum, so wird klar: man hat die eleganten Schuhe mit der passenden Handtasche und dem Kaschmirschal eingetauscht gegen Gummistiefel, Wickeltasche, Tragetuch… und einem prallen Leben in Turbogeschwindigkeit, viele 20-Stunden Schichten ohne Freizeitausgleich, 365 Tage im Jahr. Das stylisch eingerichtete Wohnzimmer gleicht einer Baustelle.

motherbook-kreatives Chaos
motherbook-kreatives Chaos

 

An den Schränken sind tiefe Kerben durch Überholmanöver nach stundenlangen Wettfahrten auf unterschiedlichen Fahrzeugen- die Wettkampfmentalität scheint doch angeboren zu sein…

Beinahe täglich gehen Teller und Gläser zu Bruch, sodass man beginnt sich umzusehen nach stabilem Geschir 2.Wahl und Gläsern aus Sicherheitsglas, damit die Restscherben keine Gefahr darstellen. Ein stilvolles, kreatives Ambiente zu schaffen gleicht einem Kampf gegen Windmühlenflügel: man arbeitet den ganzen Tag ohne Pause durch, dann sieht man abends nur die nicht erledigten Dinge und die gibt es täglich in großer Anzahl.

Oft kommt man in die Situation sein eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen, denn immer wieder dient man als nachzuahmendes Vorbild für sein Kind.

MB- der Nachahmungsdrang
MB- der Nachahmungsdrang

 

Das kann sooo herzerfrischend sein, aber manchmal ist es auch bedenklich, weil man sich mit eigenen Eigenheiten konfrontiert sieht, die durchaus überdenkenswert sind. 

Motherbook-von Vorbild zu Vorbild
Motherbook-von Vorbild zu Vorbild

Täglich wird einem bewusst wie wichtig und prägend gesundes, reflektiertes und diszipliniertes Verhalten ist. Jeder Handgriff ist nicht nur für sich selbst, sondern gleich für alle mit.

Gastgeber, die es wagen eine ganze kinderreiche Familie einzuladen, sind Helden und die Vorbereitung eines halbwegs pünktlichen Aufbruches zu einer solchen Einladung mit allen halbwegs sauberen Kindern in guter Stimmung gleicht einem Drahtseilakt.

 

Motherbook-... als Gäste fast schon eine Zumutung

Unabhängig davon, was man vor der Kinderphase gelernt und geleistet hat, in dieser Zeit wandelt sich alles, man lernt unendlich viele und völlig unerwartete Dinge, lernt zu staunen- nicht zuletzt über sich selbst. Täglich kommen selbstgesteckte Ziele auf den Prüfstand und vieles relativiert sich. Man kann trainieren jahrelang mit Minischlafhäppchen auszukommen und dabei fit zu sein. Man trainiert immer mehr Dinge parallel zu tun und während dessen noch mehrere andere im Auge zu behalten: echtes Multitasking.

Diese so erworbenen Fähigkeiten sind ein echtes Kapital, können weiter verfeinert werden und später an anderer Stelle eingesetzt werden- dann hat sich der ganze Aufwand gelohnt!

 

 

 

 

 

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4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

2 Kommentare

  1. Doris at | | Rückmeldung abgeben

    Der Aufwand lohnt sich also nur aus Schulungsgründen für das “spätere Leben”?
    na Mahlzeit…. ich habe fünf von diesen lieben Bengelchen, erwarte ein sechstes und habe dabei DAS endlich einmal gelernt: es lohnt sich genau für die Fülle an Leben und Freude, die ich mit ihnen JETZT erlebe – und die denen ohne die unbestrittenen Anstrengungen nicht erspart sondern versagt bleibt.

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