Hormonfreie Verhütung in den Wechseljahren

Ich bringe es jetzt einfach ganz klar auf den Tisch. Auch Frauen in den Wechseljahren haben noch Sex. Nur weil sie nicht mehr fruchtbar sind und keine Kinder mehr bekommen können, heißt das noch lange nicht, dass sie keinen Spaß mehr haben dürfen. Vielleicht sind die Häufigkeit und die Dauer anders als noch vor 30 Jahren aber auch das muss nicht zwingendermaßen etwas Schlechtes sein. In diesem Beitrag geht es aber nicht um das Sexleben selbst sondern um die Verhütungsalternativen in den Wechseljahren. Viel Frauen haben schon lange vorher ihren Wechseljahren keine Pille mehr genommen, kannten ihren Zyklus gut, haben mit Spirale oder Kondom verhütet oder es sogar ganz nach Gefühl gemacht. Nun kommt der Zyklus auf einmal ganz durcheinander, die Regel bleibt aus oder kommt nur noch unregelmäßig. So richtig klar ist einem aber nicht ob man denn nun noch fruchtbar ist oder sich die Sache nun erledigt hat. Außerdem kann es passieren, dass die unangenehmen Nebenerscheinungen, wie Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen oder  Schlafstörungen einen sowieso schon so aus dem Konzept bringen und die Verhütungsfrage somit erst einmal ganz hinten anstehen muss. Für die meisten kommen hormonelle Verhütungsmethoden aus den unterschiedlichsten Gründen gar nicht mehr oder nur als letzte Notlösung in Frage. Deswegen möchten wir heute gerne mal schauen, was die natürliche Verhütungspalette so zu bieten hat:

 

Kondome

Ja, Kondome sind ja noch immer das sicherste Verhütungsmittel und der absolute Klassiker unter den Barriereverhütungsmethoden. Leider kann es aber auch ein Lustkiller sein und die Zeit in der man es überziehen muss, kann hin und wieder  das Aus für das erotische Abenteuer bedeuten – gerade wenn Mann auch nicht mehr so standhaft ist, wie früher. Für solche Fälle gibt es mittlerweile übrigens nette Helferleinchen. Und wenn lieber sicher gehen und trotzdem flexibel bleiben will, dann ist das Kondom tatsächlich die beste Alternative.

 

Kupferspirale

Die Kupferspirale ist besonders nach der Geburt des letzten Kindes eine häufig angewandte Verhütungsmethode, da sie eben keine Hormone einsetzt und über einen langen Zeitraum ohne großen Aufwand funktioniert. Viele Frauen bleiben dann auch dabei, bis in die Wechseljahre hinein. Bei starken Monatsblutungen oder Myomen ist die Kupferspirale allerdings nicht geeignet.

 

Diaphragma oder Lea Contraceptivum

Das Diaphragma oder das Lea Contraceptivum werden häufiger und gerne von älteren Frauen benutzt. Durch die langjährige Erfahrung und ein gutes Körpergefühl ist das Einsetzten und Nutzen weniger schwierig als bei jüngeren Frauen. Frauen mit Beckenbodenschwäche müssten hier auf jeden Fall darauf achten, dass diese Verhütungsmethoden auch auch richtig sitzen.

 

Die Symptothermale Methode oder Ovularring

Durch das regelmäßige und langfristige Messen der Basaltemperatur sowie der Beobachtung des Muttermundschleims lassen sich die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im weiblichen Menstruationszyklus vorrausschauend bestimmen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Frau diese Methode regelmäßig und über einen längeren Zeitpunkt anwendet, ihren Körper sehr gut kennt und dieser auch eindeutige Signale sendet. Eine weitere Alternative ist der Ovularing. Dieser misst im 5 Minutentakt die Körpertemperatur aus dem Körperinneren heraus und bestimmt so langfristig, wann der Eisprung stattfindet. Auch hier muss man vorsichtig sein, da der Eisprung in den Wechseljahren erst unregelmäßig wird ,bevor er ganz ausbleibt. Es ist jedoch eine gute Alternative um herauszubekommen, ob und wie oft  Frau noch einen Eisprung hat.

 

Weitere Methoden sind noch die Kalendermethode, die Sterilisation oder die Portiokappe. Falls ihr noch mehr über das Thema erfahren wollt, könnt ihr gerne mal unter den folgenden Links vorbei schauen:

 

http://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/
http://www.onmeda.de/verhuetung/

http://www.primary-care.ch/docs/primarycare/archiv/defr/2005/2005-36/2005-36-292.PDF
http://www.mydoc.de/sexualitaet/verhuetung

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

Ein Kommentar

  1. euroClinix at | | Rückmeldung abgeben

    Hallo Ulrike,

    ich möchte dir ein Kompliment für deinen Beitrag aussprechen.

    Ich finde es toll, dass mal jemand über das Thema Verhütung in den Wechseljahren spricht und vor allem über die Hürden bzw. Besonderheiten aufklärt.
    Leider gehen ja zu viele noch davon aus, dass eine Verhütung in den Wechseljahren unnötig ist.

    Viele Frauen schrecken ja gerade auch vor der natürlichen Verhütung aufgrund der Zyklusschwankungen zurück und bleiben lieber bei der Antibabypille. Doch muss man ja auch bedenken, dass eine hormonelle Verhütung mit steigendem Alter auch mit einem erhöhten Nebenwirkungsrisiko verbunden ist. Umso wichtiger finde ich deinen Beitrag, der hoffentlich einigen Frauen Mut macht eine natürliche Verhütung in Betracht zu ziehen.

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