Homo-Ehe = Hetero-Ehe?

motherbook: Homo-Ehe=Hetero-Ehe?
motherbook: Homo-Ehe=Hetero-Ehe?

Jeder, der ein Kind mit Liebe, nach bestem Wissen und Gewissen erzieht, verdient Respekt und Anerkennung. Das gilt unabhängig von sexueller Ausrichtung und von anderen Rahmenbedingungen wie Ehelichkeit, wie viele Elternteile sich bemühen und ob die Beziehung der Bezugspersonen auf Dauer Bestand hat. Die Gesellschaft ist bunter geworden und das ist gut so. Viele Vorurteile konnten inzwischen abgebaut und sinnvollerweise als zur Vergangenheit gehörig abgelegt werden. Die Gesellschaft kann Andersartigkeit annehmen, weil wir tolerant sind und niemanden diskriminieren wollen. Die Ehe ist die Keimzelle der Gesellschaft, hat aber derzeit den Anschein sich zum Auslaufmodell zu entwickeln. Wir brauchen eine zukunftsfähige Gesellschaft und Rahmenbedingungen für deren weiteren Fortbestand.

Hier fangen die Probleme an…

Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren bei der Adoption gestärkt, was zu großen gesellschaftlichen Diskussionen geführt hat. Die meisten Mitbürger befürworten zwar eine Modernisierung des Adoptionsrechtes, die Diskussion geht jedoch auch dahin, ob es eine völlige Gleichstellung homo- und heterosexueller Ehen geben soll. Nicht zu vergessen bei dieser Debatte ist die Tatsache, dass vielen Kindern durch eine Adoption dazu verholfen werden kann, aus einer für sie ungünstigen Situation in eine günstigere, sicherere zu wechseln. Da ist die Grundhaltung, Liebesfähigkeit und Qualifikation der zukünftigen Eltern entscheidend und nicht deren Geschlecht oder sexuelle Ausrichtung.

Die Benachteiligung homosexueller Paare im Adoptionsrecht abzuschaffen ist eine Seite des Themas, welches einen weiteren Diskurs ausgelöst hat, der damit nicht vermischt werden sollte: ist eine völlige Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe mit der heterosexuellen sinnvoll und erstrebenswert? Die derzeitige Diskussion läuft wohl am Kern des Problems vorbei.

Man benötigt nämlich zunächst einen Perspektivwechsel, denn es stellt sich hier nicht die vieldiskutierte Frage, ob heterosexuelle Mütter eine wichtige Voraussetzung für eine eine gelungene Erziehung seien, sondern vielmehr: Brauchen Mütter und die heterosexuelle Ehe eine Privilegierung? Hier bedarf es zunächst einer differenzierenden Betrachtungsweise. Nach wie vor wird zur Entstehung eines Kindes sowohl ein Vater, als auch eine Mutter gebraucht, was in den meisten Fällen den Beginn einer gemeinsamen Zukunft initiiert. Da Ehen und sonstige Beziehungen zu einem steigenden Prozentsatz im Laufe der Jahre zerbrechen, sind eine Anzahl neuer Familienmodelle entstanden, die in der Realität mehr oder weniger tauglich sind.

Die Diskussion über die Themen rund um Ehe, Familie, Kinder polarisiert auch im Parteienspektrum. So wird die Forderung nach einer Privilegierung der heterosexuellen Ehe automatisch an die konservative Außenkante geschoben, aber auch dort infrage gestellt. Alle Neuerungen in Familienangelegenheiten werden von da aus weiter in das linke Spektrum eingeordnet. Diese Betrachtungsweise wird der Thematik jedoch nicht gerecht.

Fokussiert man die Themen Zeugung, Schwangerschaft, Stillzeit und weitere Entwicklung des Kindes eimal phänomenologisch, so fällt folgendes auf: als Beispiel soll eine Mutter von 4 Kindern dienen- diese ist zwar keine Durchschnittsfigur, kann aber in einem Land mit zu niedriger Geburtenrate allein schon wegen der demographischen Entwicklung als wünschenswertes Vorbild eingestuft werden. Diese Frau verbringt drei Jahre ihres Lebens mit ihren Schwangerschaften und ungefähr fünf Jahre widmet sie sich dem Stillen ihrer Kinder. Das sind insgesamt ca. acht Jahre, in denen neben dem normalen Alltagsleben diese Sonderthemen Raum und Zeit fordern. Dies ist eine Herausforderung nicht auf nur physischer, sondern auch auf geistig/seelischer Ebene. Kann sie sich ganz auf diese Themen einlassen, so wird das fruchtbar für die ganze Familie sein. Unabhängig davon, wie sich die berufliche Situation in dieser Zeit entwickelt, ist doch klar zu erkennen, dass hier ein Teil der Leistungskapazität gebunden ist und der übrig bleibende Teil nicht die volle Kraft dieses Menschen widerspiegeln kann.

Als weiterer Punkt kommt hinzu, dass in diesen physisch sehr produktiven Jahren der Grundstein für den Zusammenhalt der Familie gelegt wird und auch das Zusammenwachsen dieser neuen Personengruppe zeitliche Kapazitäten erfordert, die kaum später nachgeholt werden können. Will man dieser Tatsache gerecht werden, so wird klar, dass eine gewisse Privilegierung der Mütter für diesen Einsatz unumgänglich ist.

Hier zeigen sich in besonderem Maße die Mängel der Emanzipationsbewegung der letzten fünf Jahrzehnte: Die Gleichberechtigung wurde teilweise verwechselt mit Gleichmacherei. Es wurde bewiesen, dass Männer und Frauen die selben Fähigkeiten haben und jede nur erdenkliche Position in dieser Gesellschaft zu übernehmen imstande sind. Übersehen wurde dabei, dass Frauen zusätzlich die qualifizierende Fähigkeit haben Kinder zu gebären. Dieses Potenzial fehlt den Männern gänzlich. Eine Beziehung zum eigenen Kind aufzubauen ist für die beiden Geschlechter dementsprechend sehr unterschiedlich. Sicher ist jedenfalls, dass die Mutter in der Biographie Raum braucht, um die Aufgaben um die Reproduktion herum gut zu erfüllen. Damit gibt sie dem gesamten System Familie entscheidende Impulse, insbesondere wenn sie es schafft den Vater ihrer Kinder mit in diesen Prozess einzubeziehen.

Daher kann kein Zweifel an der Wichtigkeit der Privilegierung von Müttern und heterosexueller Partnerschaften aufkommen.

 

 

Artikel von

4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

Hallo,
Bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

Die Motherbook-Autoren versuchen, alle unerwünschten Beiträge fernzuhalten. Trotzdem ist es uns nicht möglich, alle Beiträge zu überprüfen. Motherbook kann deshalb nicht für den Inhalt der Beiträge verantwortlich gemacht werden. Jeder Nutzer trägt für seine Beiträge die Verantwortung. Wir weisen darauf hin, dass Beiträge, die gegen geltendes Recht verstoßen, auch im Internet der Strafverfolgung unterliegen und zur Anzeige gebracht werden können.

Kommentar hinterlassen