Fehler im System: Familien in Rentenversicherung benachteiligt

Rentner und Rentnerin auf Geldstapel - Motherbook

Die Schieflage der Versorgung von Eltern durch das Rentensystem wird jetzt nicht nur von der Bertelsmann Stiftung mit Hilfe einer Studie analysiert, sondern der “Deutsche Familieverband” fordert auch die Umsetzung von Familiengerechtigkeit in der Rente.

Deutscher FamilienVerband (DFV) fordert:

“Nach 13 Jahren endlich Familiengerechtigkeit in der Rente umsetzen! 

(Freiburg). Der DFV fordert seit Jahren was jetzt auch die Bertelsmann Stiftung mit der Studie „Familien in der gesetzlichen Rentenversicherung“ festgestellt hat. Wer sich für ein Leben mit Kindern entscheidet, leistet sich nicht nur ein Privatvergnügen, sondern legt zum Fortbestand des sozialen Sicherungssystems die wichtige Grundlage mit einem Geld gleichwertigen Beitrag“, so

Uto R. Bonde, Landesvorsitzender des Deutschen FamilienVerbandes Baden- Württemberg.

Das ‚Kinderbeitragsurteil’ wurde 2001 vom Bundesverfassungsgericht erlassen und soll jetzt endlich für Frauen umgesetzt werden, die mit der Stichtagsregelung 1992 keine Rentenansprüche geltend machen konnten.

Der DFV begrüßt, dass laut Koalitionsvertrag endlich auch diese Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, auf der Leistungsseite mehr Gerechtigkeit erfahren sollen. Endlich soll das 2001 vom Bundesverfassungsgericht verkündete ‚Kinderbeitragsurteils’, nun von der neuen Bundesregierung umgesetzt werden. Das Urteil hatte vor 13 Jahren entschieden, dass Eltern, die Kinder erziehen und damit einen generativen Beitrag zur Sozialversicher-ung leisten, nicht mit einem gleich hohen finanziellen Beitrag belastet werden dürfen wie Kinderlose.

Um unsere Sozialversicherungssysteme (Pflege, Rente, gesetzliche Krankenversicherung) zu garantieren, sind diese auf nachfolgende Generationen als Beitragszahler und Pflegende angewiesen. Ohne die Existenz von Kindern und deren Kindererziehung funktionieren die Systeme in Deutschland nicht.

Kinder finanzieren im Erwerbsleben mit ihren Beiträgen die Rentenkasse nicht nur die Altersversorgung ihrer eigenen Eltern, sondern auch die der Kinderlosen aus ihrer Elterngeneration. Weil die Menschen immer älter werden und zugleich immer weniger Kinder geboren werden, werden die Rentenbeiträge bereits ab 2030 ihre gesetzliche Obergrenze von dann 22 Prozent überschreiten und das Rentenniveau wird unter die gesetzliche Untergrenze fallen.

Wie auch die Bertelsmann Stiftung darstellt, bedienen Eltern zwei Generationenverträge: zum einen zahlen sie -wie alle Beitragszahler- an ihre Elterngeneration und gleichzeitig investieren sie aber auch in ihre eigenen Kinder. Und jedes dieser Kinder bringt der Rentenkasse einen Überschuss von 77.000 Euro, während die Eltern mit 8.300 Euro „Mütterrente“ abgespeist werden.”


Die folgenden Videos der Bertelsmann Stiftung zeigen die Systematik der Rentensystems, anschaulich dargestellt:

1. Wie das Rentensystem durch den demographischen Wandel unter Druck gerät

2. Ein Lösungsansatz für Rentengerechtigkeit

Jedes Kind bringt der staatlichen Alterssicherung ein Plus von 77.000 Euro. Doch Eltern werden dafür nicht belohnt, sondern belastet. Dabei ließe sich das mit kleinen Reformen leicht ändern. welt.de

Artikel von

4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

Ein Kommentar

  1. Gabriele Küssner at | | Rückmeldung abgeben

    Das ist eine gute Lösung für das Rentensystem!

    Sie ermuntert junge Paare Kinder zu bekommen und sich nicht abschrecken zu lassen davon, dass ihre eigenen Mütter(z.B. geboren 1951,3 Kinder) in die Altersarmut rutschen, weil ihnen die Ausbildung und Gesundheit der Kinder vor der Sicherung der eigenen Rente ging. Sie behebt eine zu lange andauernde Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft und schafft Bewußtsein für die Leistung von Müttern und Zwänge der Jungen(und dann noch als Generation Praktikum!). Unterliegen Mütter eigentlich einem Tabu oder warum hat sich diese Ungleichheit etabliert ?
    Das Zuschalten des Audio-Beitrags der Bertelsmann Stiftung ist super.

Hallo,
Bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

Die Motherbook-Autoren versuchen, alle unerwünschten Beiträge fernzuhalten. Trotzdem ist es uns nicht möglich, alle Beiträge zu überprüfen. Motherbook kann deshalb nicht für den Inhalt der Beiträge verantwortlich gemacht werden. Jeder Nutzer trägt für seine Beiträge die Verantwortung. Wir weisen darauf hin, dass Beiträge, die gegen geltendes Recht verstoßen, auch im Internet der Strafverfolgung unterliegen und zur Anzeige gebracht werden können.

Kommentar hinterlassen