Ende gut alles gut – 20 Jahre nach der Scheidung

 

 

Dieses Jahr hat mein Vater einen runden Geburtstag. Meine Mutter kommt auch. Das besondere: Beide sind seit knapp 20 Jahren geschieden. Wie nach jeder gescheiterten Partnerschaft gab es Vorwürfe und Herzschmerz. Wie bei jeder Suche nach einem besser funktionierenden Familienmodells gab es Enttäuschungen und auf der Strecke gebliebene Hoffnungen. Doch jetzt sitzen wir zusammen und stoßen darauf an, dass wir aus dieser Zeit alle doch einigermaßen heil herausgefunden haben. Wir sind glücklich. Gemeinsam. Getrennt.

 

Wir haben in unserer heutigen Zeit das Glück und das Pech unsere Partner nach Liebe und Leidenschaft auszusuchen.  Früher galt es zuerst die für die Existenz notwendigen Bedürfnisse zu befriedigen. Zusammenhalt, Lebenspartnerschaften und  Verantwortungsbewusstsein standen hoch im Kurs. Glück wurde nicht so ernst genommen und häufig mit Vernunft ersetzt.

 

Mittlerweile ist es für viele wichtig der eigenen Erfüllung und dem ganz persönlichen Glück nachzujagen. Vernunftkinder weichen Wunschkindern, nicht selten von verschiedenen Vätern, denn das Gras ist ja bekanntlich immer grüner auf der anderen Seite. Außerdem möchte man unbedingt wissen, was heraus kommen würde, wenn man den Genpool mit der neuen Flamme vereint. Ist die Leidenschaft erloschen, bleibt bis auf den gemeinsamen Nachwuchs nicht viel übrig und die Wege trennen sich. Die Kinder dürfen dann unermüdlich zwischen den Ufern herumpaddeln und beiden Elternteilen mit den neuen Familien die gewünschte Aufmerksamkeit und Zuneigung schenken.

 

Dies passiert mittlerweile mit jeder zweiten Ehe oder Beziehung. Unsere Familie ist da keine Ausnahme und ändern kann man den Lauf der Dinge im Kleinen, wie im Großen nicht. Ich habe nicht mehr den Anspruch für immer mit meinem Prinzen glücklich sein zu wollen. Vielleicht schaffen wir es, vielleicht aber auch nicht. Aber ich habe den Wunsch, dass wir, irgendwann gemeinsam  anzustoßen, dass wir glücklich sind. Gemeinsam oder getrennt.

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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