Ein Eimer Eis macht keinen zum Helden

 

Ich weiß nicht ob ihr in den letzten Tagen die vielen Videos mit der Bucket Challenge auf diversen Social Media Kanälen verfolgen konntet. Man kippt sich einen Eimer Eis über den Kopf und darf dann drei weitere Personen nominieren. Tun sie nicht das selbe binnen 24h, müssen sie 100 Dollar an ALS Stiftung spenden. Die Idee ist sicherlich originell und die vielen teilnehmenden Stars, wie Zuckerberg, Timberlake oder  Bill Gates tragen auch dazu bei, dass die Kampagne super anläuft und in der Öffentlichkeit im Zusammenhang damit auch über die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose gesprochen wird, doch das Gefühl, dass  man nun mit einem Eimer Eiswasser die Welt verbessert hat ist dann doch ziemlich weit hergeholt. Und genau das ist das Problem.

 Notebook with Charity Concepts

Nächstenliebe nur noch im Internet.

 

Organisationen wie Avaaz.org oder Change.org machen es vor. Mit einem Klick setzt man sich gegen das Bienensterben ein und mit noch einem verhindert man eine Hinrichtung im Saudi Arabien. Dann lehnt man sich zurück und zählt innerlich stolz die Punkte auf seinem Karma-Konto.  Man nennt das auch Clicktivismus  – Aktivismus für Faule. Früher ist man noch auf die Straße gegangen um sich für eine bessere Welt einzusetzen und jetzt unterschreibt man online, teilt es auf Twitter oder macht ein Video auf Facebook. In der offline-Welt hingegen werden Menschen täglich verprügelt und keiner hilft mehr. Es werden alte Menschen und schwangere Frauen in der Bahn lieber stehen gelassen, weil man zu bequem ist aufzustehen. Aber hat man heute schon eine  online Petition unterschrieben. Nun muss ich Euch enttäuschen: So funktioniert das aber leider nicht.

Giving food to the needy

Online-Aktivismus ist eine Ergänzung und kein Ersatz für echte Nächstenliebe.

 

Nur weil man eine Petition gegen Organhandel unterschrieben hat oder darüber nachdenkt sich auch so einen Eimer Wasser über den Kopf zu kippen, heißt das nicht, dass man nicht mehr in der Offline-Welt aktiv werden muss. Wenn ihr also das nächste Mal Euren Kleiderschrank ausmistet, bringt die Sachen ins Flüchtlingsheim, wenn Eure Kinder in ihren Spielsachen den Überblick verlieren, dann teilt sie mit der Arche und bietet doch bitte Eure Sitzplätze in Bus und Bahn an. Das Dankeschön tut gut und bringt wahre Punkte auf dem Karma-Konto…Versprochen!

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

Hallo,
Bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

Die Motherbook-Autoren versuchen, alle unerwünschten Beiträge fernzuhalten. Trotzdem ist es uns nicht möglich, alle Beiträge zu überprüfen. Motherbook kann deshalb nicht für den Inhalt der Beiträge verantwortlich gemacht werden. Jeder Nutzer trägt für seine Beiträge die Verantwortung. Wir weisen darauf hin, dass Beiträge, die gegen geltendes Recht verstoßen, auch im Internet der Strafverfolgung unterliegen und zur Anzeige gebracht werden können.

Kommentar hinterlassen