Diskriminierung von Frauen, insbesondere von Müttern im Klinikalltag

 Ärzte und Ärztinnen-motherbook
 
Es gibt sie, diese Initiative von engagierten Ärztinnen und Ärzten und sie heißt “Pro Quote in der Medizin”.  
Und sie scheint mehr als notwendig zu sein! Vor nunmehr 30 Jahren teilte ich mit Freunden ein Stück bitterer Erfahrung. 30 Jahre, das ist eine sehr lange Zeit und ich hätte nicht gedacht, dass sich in Klinken so wenig geändert hat!  
Wir wohnten damals im Bezirk Schöneberg, im vierten Stock und unter uns zog ein etwas jüngeres Ehepaar ein.  Manchmal trafen wir uns auf der Treppe, kamen ins Gespräch über dies und das, fanden Gefallen aneinander und vertrauten uns gelegentlich Sorgen und Nöte an. Als ihr erster Sohn geboren wurde, wollte der Vater, er, der als Gynäkologe an einem Krankenhaus arbeitete, seine Arbeitszeit der veränderten familiären Situation anpassen. Er wollte gerne Zeit mit seinem Kind verbringen, es wachsen und werden sehen, es ins Leben begleiten und nicht “alles” an seine Frau delegieren. Weil er so voller Hoffnung war, so engagiert und ganz erfüllt von diesem neu geborenen Kind,  konnten wir seinen Kampf gegen die familienunfreundlichen Klinikstrukturen mit vollziehen und mit durchleiden! Und ist familienunfreundlich das richtige Wort? Sind sie nicht eher familienfeindlich? Und sind sie nicht vielleicht deswegen so familienfeindlich, weil sie von Männern gemacht werden, die “Familie” an ihre Frauen “abtreten”?
 
Am 1.3.2013 hat sich  die Initiative “Pro Quote in der Medizin” in einem offenen Brief an den Bundesminister, die Dekane, Präsidenten, Direktoren und Vorstände  der Krankenhausträger gewandt und um Unterstützung gebeten: 60 % der Studierenden im Fach Humanmedizin sind weiblich, aber nur 10% gelangen in Führungspositionen.
Das kann man sehr bedauern, aber vielleicht steckt hinter der “Vermännlichung” von Führungspositionen noch viel mehr  als die Frage nach der Gleichberechtigung der Geschlechter, der gerechten Verteilung von Einfluss und Macht in der Gesellschaft und der Anhäufung von Geld und Reichtum?
 
Der Spiegel 34/2013 berichtet von einem besonders empörenden Fall. Die habilitierte Gynäkologin und außerplanmäßige Professorin Inka Wiegratz, Mutter zweier Kinder, ist sie gescheitert an der Dominanz der Männer in den Klinikhierarchien? Sind sich Männer der Tatsache bewusst, dass sie ganz selbstverständlich bestimmen, wie das Fach “Medizin” inhaltlich,  methodologisch und organisatorisch ausgerichtet ist. Resultieren die häufig anzutreffenden asymmetrischen Beziehungen im Verhältnis der Ärzte zueinander, aber auch im Verhältnis Arzt-Patient daraus, dass das Fach überwiegend “männlich” beherrscht wird. Fehlt es in den Führungsetagen des Faches an weiblicher Intelligenz, an Kommunikationsfähigkeit und emotionaler Kompetenz, an behutsamer Methodik, achtsamerer Diagnostik und respektvollerem therapeutischen Umgang mit den Heilungskräften der Natur – kurz an Matrisopie?

Artikel von

1 Tochter, 1 Sohn, verh., Dr. phil., Lehrtätigkeit (TU, Gymn.)

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