Der Moritzhof – ein kleiner Bauernhof für die Kleinen der Großstadt

Moritzhof

Für die Touristen endet der Mauerpark nördlich des Amphitheaters, dort wo das große Klettergerüst steht, aber für uns Prenzlauerberger kommt die wahre Perle erst dahinter. Läuft man um das Klettergerüst herum, kann man auf der anderen Seite das zauberhafte Birkenwäldchen betreten, das im Frühling voll von blühenden Zillern und Krokussen ist, im Sommer von bunten Hängematten und im Winter von Dreck und Schnee, wie überall in Berlin, aber hier könnte man denken, man wäre in Schweden. Ist man also durch den ganzen Wald gelaufen, was zwischen 40 Sekunden und 3 Stunden dauern kann, kommt man an einen Ort wahrer Idylle: den Moritzhof.

Man wird von zwei friedlich grasenden Ponys, einigen Ziegen und Schafen und ein paar Kaninchen mit stehenden oder hängenden Ohren begrüßt und es fällt schwer, die Berliner Mietshäuser im Hintergrund mental auf den gleichen Schirm zu bringen. Zwischen den Tieren laufen geschäftig kleine und große Kinder herum, ausmistend, fütternd oder striegelnd, und andere, die die duftenden Kräuter gießen. Im Winter ist es alles voller Schnee und Dreck, aber die Tiere und die Kinder gibt es trotzdem.

Der Moritzhof ist ein Ort, an dem Kinder aus Prenzlauer Berg und Wedding spielend lernen können, Dinge, an die man in der Stadt so selten herankommt. Sie bauen Beziehungen zu den Tieren auf und lernen Verantwortung zu übernehmen. Was braucht welches Tier? Wie viel Nähe, Fressen und Platz? Ähnlich bei den Pflanzen, die wachsen nämlich nicht im Supermarkt, müssen gewässert und können zum Schluss sogar geerntet werden. Lernen kann man auch in den AG’s, die jeden Nachmittag stattfinden und bei denen alle Kinder zwischen 6 und 16 kostenfrei mitmachen können: Töpfern, Filzen, Schmieden, Körbe flechten und noch vieles mehr.

Ein Besuch auf dem Moritzhof lohnt sich! Und man sollte die Zeit nutzen, bevor der Idylle ein Komplex an Luxuswohnungen vor die Tür gesetzt wird. Aber lassen wir uns davon jetzt nicht die Laune verderben…

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