Das Wechselmodell – zur gängigen Sorgerechtspraxis der Familiengerichte

Trennung - Motherbook

Jede Woche den Wohnort wechseln? Die Tasche packen und mehrmals im Monat umziehen? Eine merkwürdige Vorstellung für die meisten von uns. Dies jedoch ist die Realität von tausenden Kindern und Kleinkindern in Deutschland. Gerichtlich verordnet. Tendenz steigend.  

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Stempel mit Sorgerecht - motherbook

 

Artikel von

4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

2 Kommentare

  1. Fiete at | | Rückmeldung abgeben

    Die “Mütterlobby” ist, wie sich spätestens seit der Abspaltung von Mütter-helfen.de sehr deutlich abzeichnet, tatsächlich ein Schwesterverein des VAM(v). Man will nicht, daß ein Kind zwei Eltern hat, sondern unbedingt und mit der Brechstange allein erziehen, auch und gerade auf dem Rücken des Kindes.
    Anders sind die kruden Thesen in dem “Positonspapier” auch nicht zu verstehen.
    Da wird z.B. als allererstes behauptet, daß beim paritätischen Doppelresidenzmodell das Kind einmal pro Woche mit Sack u. Pack umziehen müßte.
    Dabei wird, sicherlich bewußt, verschwiegen, daß das auf das Residenzmodell, welches die “Mütterlobby” ja eindeutig bevorzugt, noch viel mehr zutrifft.
    Denn da fährt das Kind “auf Besuch” zum Papa und Mama nimmt ihm oft alles, was es in der Papazeit bekommen hat, nach der Rückkehr sofort wieder ab.
    Hat das Kind zwei Zuhause, in denen es sich selbstverständlich aufhält, ohne daß darum erst gestritten werden muß, ist dieser “unfreiwillige Umzugseffekt” wesentlich seltener und geringer. Dazu gibt es sogar schon einige empirische Forschung, die das eindeutig bestätigt.
    Noch wilder ist die These, daß in der gemeinsamen Familienzeit, die Mütter ja sowieso alleinerziehend wären. Noch weltfremder geht es ja nun wirklich nicht mehr. Daß ein Kind, auch in der ( heute leider kaum noch üblichen ) Stillphase, beide Eltern braucht und i.d.R. auch hat, wird einfach weggelogen. Es wird einfach so getan, als wäre es Pflicht der Mutter die ersten Lebensjahre des Kindes 24 Stunden am Tag symbiotisch am Kind zu kleben, was nebenbei sämtlichen Erkenntnissen der entsprechenden Wissenschaften und dem gesunden Menschenverstand diametral widerspricht.
    Und daß ein Vater auch in einer Stunde vor der Arbeit und ein paar Stunden danach, ein unersetzbarer Elternteil ist, passt den Dämchen offenbar auch nicht in’s Konzept.
    Man kann also sagen: die “Mütterlobby” ist gar keine.
    Lobby wohl, aber für das Geschäft ( mit Barunterhalt und Fremdbetreuung ) und gegen die Kinder und ihre Eltern, also auch gegen die meisten Mütter dieser Welt.
    Schade also um den zu Unrecht annektierten Terminus “Mütterlobby”, der bspw. der Initiative Frau2000+, oder eben “Mütter-helfen.de” wesentlich besser und sinnvoller zu Gesicht stehen würde.
    Denn die vernunftsbegabten u. vor allem -willigen Mütter könnten eine aktive Lobby unter diesem Namen sehr gut gebrauchen und sind auch eindeutig in den Mehrheit.
    Die Anhänger von Edith Schwab, Anita Heiliger, Cornelia Strasser u.w. haben offenbar ein ziemlich gestörtes Verhältnis zur Familie an sich und werden sicherlich relativ bald als ewiggestrige Mutterkreuzverherrlicher in der Annalen der Geschichte verschwinden.

  2. Lutz Bierend at | | Rückmeldung abgeben

    Ich fasse die Argumente mal kurz zusammen:
    1.) Kinder müssen einmal die Woche ihre Koffer packen
    a. Es gibt wohl niemanden der das Wechselmodell praktiziert, der sich 90% aller notwendigen Dinge im eigenen Haushalt hat. Es ist kein wochendliches Verreisen zum anderen Elternteil. Sonden ein „Am Freitag bist du nach der Schule dann bei mir. Da das Wechselmodell sowieso eine gewisse räumliche Nähe voraussetzt, können sachen, die ggf. für die Schule gebraucht werden auch zur not kurzfristig aus dem zweiten Heim abgeholt werden.
    2.) Wenn es in der Ehe okay ist, wenn die Frau sich grundsätzlich um die Erziehung um das Kind kümmert, warum nicht danach?
    A. Weil das Kind in der Ehe im Alltag trotzdem den Vater erlebt, wenn er abends nach Hause kommt noch vorliest und Lego baut. Das hat das Kind nach der Ehe nicht mehr. Vor allem nicht mehr, wenn der Vater immer wichtiger wird. Wenn es z.B. ums Abnabeln geht.
    B. In der Ehe mag es die Aufteilung geben, dass der Vater gerade in den frühen Jahren das Geld für die Familie verdient. Wenn die Mutter allerdings diese Familie aufkündigt, warum sollte der Vater noch 5 Jahre seiner Lebenszeit opfern, um der Mutter nach der Ehe „ihre Familie“ zu finanzieren, wenn er doch kein Teil dieser mehr sein soll.
    3.) Der Vater profitiert finanziell davon für seine Kinder zu betreuen
    a. Eine Rechnung die ich umgekehrt immer gerne Aufmache um Vätern klar zu machen, dass es sich finanziell definitiv lohn beruflich kürzer zu arbeiten um seine Kinder zu betreuen. Für 834 € Euro netto Muss ein Mann schon einen wahnsinnig gut bezahlten Job haben, um soviel mit 40 statt 30 Stunden mehr zu verdienen, nämlich netto 3332 Euro.
    b. Was die Mütterlobby nur übersieht: Kindesunterhalt (und wenn Ehegattenunterhalt noch dazu kommt wird diese Summe ja noch exorbitanter) bekommt die Mutter, weil sie sich um die Kinder kümmert, nicht weil der Mann so Nett ist seine Lebenszeit damit zu verbringen, ihr ihre Selbstverwirklichung zu finanzieren.
    c. Frauen haben seit dreißig Jahren dafür gekämpft dass sie eine gute Ausbildung bekommen können und am Arbeitsmarkt gleichberechtigt ihr Geld verdienen können. Wenn Frauen meinen Sie müssten nach der Geburt des ersten Kindes ihre kostspielige Ausbildung in die Tonne trennen, und in patriarchale Strukturen zurückzufallen, in denen der Mann finanziell dafür verantwortlich ist ihr Leben zu finanzieren, dann sollten sie sich vielleicht auch komplett auf den Deal zurück besinnen, und an der Ehe festzuhalten. Die Verantwortung für sein Leben nur soweit zu übernehmen, dass man sich selbstverwirklichen möchte, aber dem Mann weiterhin die finanziellen bürden aufzuhalsen ist feministische Rosinenpickerei und hat nichts mit Gleichberechtigung. Zu tun. Das Wechselmodell ist definitiv das Gleichberechtigungsfördernste Modell, denn beide Eltern haben gleich viel Zeit Geld zu verdienen und für ihre Kinder da zu sein. Auch wenn ich kaum ein Paar kenne wo der Mann nicht noch Unterhaltsausgleich zu zahlen hat, weil viele Mütter es doch für unzumutbar halten mit 50% Kindesbetreuung 30 Stunden zu arbeiten.
    4.) Finanzielle Situation der Familien im Wechselmodell
    a. Im Wechselmodell wird DAS was sonst nur Umgangsvätern aufgebürdet wird von beiden Eltern erwartet. Im Gegenteil ist die Situation im Residenzmodell wesentlich schlimmer für die Väter, den auch ein Umgangsvater sorgt in der Regel dafür, dass das Kind in seiner Wohnung ein eigens Zimmer und Wechselklamotten hat. Im Gegenzug, darf er die erhöten Mietkosten etc. zu keinem Pfenning unterhaltswirksam berücksichtigt wissen. Im Gegenteil, wenn er nicht wirklich 50% betreuungsaufwand bringt kann er noch nicht einmal Arbeitszeitkürzungen Unterhaltswirksam durchsetzen, Sprich ein Vater der drei Tage pro Woche für sein Kind da ist, kann deswegen nicht auf dreißig Stunden reduzieren, wenn seine Unterhaltsfähigkeit darunter leidet.
    5.) Der Unfug von „Prof. Dr. Kirsten Scheiwe“: Die in der Rechtspraxis meist verwendeten Unterhaltstabellen der Oberlandesgerichte passen nicht zum ‚Wechselmodell‘, weil sie von der Annahme ausgehen, dass ein Kind überwiegend in der Obhut des betreuenden Elternteils lebt und sich beim barunterhaltspflichtigen Elternteil nur im Rahmen der Ausübung des Umgangsrechts befindet.
    a. Nur weil die die aktuellen Grundlagen nicht passen kann wohl kein Grund sein an einer sexistischsten Reglung festzuhalten. Man stelle sich vor in den 60 Jahren wäre damit die frei berufliche Selbstbestimmung der Ehefrau (die zu dieser Zeit noch die Erlaubnis ihres Ehemannes brauchte um einen Job anzunehmen) in Frage gestellt worden. „Leider sind unsere Steuerklassen nicht wirklich in der Lage steuergerecht die Option abzubilden, dass beide Ehepartner selbstbestimmt arbeiten, deshalb muss an der patriarchalen Familienstruktur festgehalten werden. Damit hätte Mann sicherlich das den Schwarzerschen Rammbock aufgehalten.
    b. Die Arge ist auch jetzt schon durchaus in der Lage Unterhaltsforderungen geltend zu machen (ob diese rechtens waren hat mein Bekannter damals nicht durchgestritten). Situation war Wechselresidenzmodell, die Mutter bekam ein Kind von einem anderen Mann., der leider nicht Zahlungsfähig war und die Arge forderte somit von dem Vater gemessen an der Zahlungsfähigkeit Unterhalt für die Zeit, in der Kinder bei der Mutter lebten (sprich den halben Unterhaltssatz). Ist also alles realistisch.
    6.) Zum Gutachtermangel
    a. Wenn es die Regelung gäbe Pauschal Wechselmodell nur in Ausnahmefallen Residenzmodell bräuchte man diese ganzen Gutachter nicht, wie es mal ein bekannter Familienberater ausdrückte Diese Angst vor Kindeswohlgefährdung resultiert aus der Angst und Unsicherheit der Mutter, und ist in den meisten Fällen faktisch nicht gegeben. Wenn Frauen von vornherein wüssten worauf sie sich einlassen, wenn sie nach der Geburt ihren Job wegwerfen, würden sie sich gleich auf mehr Gleichberechtigung einstellen und sich freuen wenn der Partner auch als Erziehungsbezugsperson für das Kind zur Verfügung stünde.

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