“Das Krippenrisiko” oder die Entwicklung von Bindungsfähigkeit bei Kleinstkindern

Kleinkind schreit am Körper des Vaters (mr)

Der Artikel “Das Krippenrisiko” aus der Zeit ist ein Interview mit dem Bindungsforscher und Kinderpsychiater Karl Heinz Brisch, der Eltern dabei hilft eine sichere Bindung zu ihren Kindern aufzubauen. Es geht um die Qualität von Kitaplätzen, um Betreungsrelation und um die Angst vieler Eltern in Deutschland ihre Kinder zu “verwöhnen”, die möglicherweise ihre Wurzeln in unserer Geschichte hat. Es lohnt sich den Artikel zu lesen und wenn man kein Exemplar der “Zeit” zur Hand hat, ihn unter obigem Link einzeln zu kaufen und zu laden.

Die ganze Debatte um Krippenplätze und Betreuung von Kleinstkindern wird kritisch reflektiert und das größte und vordergründigste Problem herausgearbeitet: es gibt zwar in Deutschland ausreichend viele Kitaplätze, doch müssen sich in der Regel zu wenige Erzieherinnen um zu viele Säuglinge kümmern, um ihnen so gerecht werden zu können, dass eine Entwicklung von Bindung und Bindungsfähigkeit möglich werden kann.

Die Themen um die “Betreuung von Kleinkindern” beinhalten noch einen weiteren wichtigen Aspekt, der viel zu wenig beleuchtet wird:  es ist nicht nur für Säuglinge wichtig stabile Bindungen zu erfahren, um Bindungsfähigkeit entwickeln zu können, sondern auch die Eltern brauchen die Fähigkeit Bindungen aufbauen und pflegen zu können. Mütter haben bei der Geburt des Kindes diesbezüglich zwar einen “natürlichen Vorsprung” gegenüber den Vätern, aber beide Eltern brauchen Raum und Zeit, um eine stabile Bindung zum Kind zu entwickeln. Inzwischen wird in der öffentlichen Diskussion oft übersehen, wie wunderbar, bezaubernd und “bereichernd” für alle Seiten gemeinsame Zeit mit dem Kind sein kann – Zeit, die weder nachgeholt noch ersetzt werden kann. Es scheint so weit außerhalb des “Zeitgeistes” oder “Mainstreams” zu liegen sich selbst um Kinder bis zu drei Jahren zu kümmern, dass diese Option kaum im Rahmen des Möglichen zu sein scheint.

Sich über diese Vorgaben hinweg zu setzen erfordert großes Selbstbewusstsein, viel Selbstsicherheit und einigen Mut. Berufliche und gesellschaftliche Nachteile drohen Eltern, aber insbesondere Müttern, wenn sie gegen den Strom schwimmen und sich viel Zeit für ihre Kinder lassen. Auch das ist ein Grund für weiter sinkende Geburtenraten. Freude und Glück im Zusammenhang mit eigenen Kindern, wird immer mehr in Frage gestellt.

Die Stimmen, die die positiven Aspekte im Zusammenhang mit einem Leben mit Kindern in den Vordergrund stellen, spiegeln sich in der gesellschaftlichen Diskussion eher im Hintergrund. – “Privatvergnügen”, Egoismus , “selbst schuld” und im Erwerbsleben lästig – sind den Eltern zugeschriebene Eigenschaften. Der demographische Wandel “verkörpert” diese Tendenz.

Da wird es Zeit für eine Gegenbewegung…

 

Artikel von

4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

Hallo,
Bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

Die Motherbook-Autoren versuchen, alle unerwünschten Beiträge fernzuhalten. Trotzdem ist es uns nicht möglich, alle Beiträge zu überprüfen. Motherbook kann deshalb nicht für den Inhalt der Beiträge verantwortlich gemacht werden. Jeder Nutzer trägt für seine Beiträge die Verantwortung. Wir weisen darauf hin, dass Beiträge, die gegen geltendes Recht verstoßen, auch im Internet der Strafverfolgung unterliegen und zur Anzeige gebracht werden können.

Kommentar hinterlassen