Das Geheimnis um die Geburt

Silvester 2013 054

Jetzt unmittelbar nach Weihnachten fällt ein großer Bewältigungsdruck von mir ab und tritt in den Hintergrund. Ein Bewältigungsdruck, der eine Art Stromwirkung über die letzten 6 Wochen ausgeübt hatte. Es waren die Vorbereitungen auf eine Geburt.

Ich bin erst jetzt mit über fünfzig Jahren darauf gekommen, dass diese konzentrierte Vorbereitungszeit eine Parallelempfindung für die Rastlosigkeit hat, die Frauen zumeist in den Wochen vor der Niederkunft erfasst. Und dabei kommt noch etwas hinzu: Die Vorfreude auf eben dieses Vollbringen einer großen Leistung und das Entzücken über das Ergebnis.

Für mich ist genau das plötzlich eine erstaunliche Erkenntnis: Sollte es unsere Gesellschaft und die Verinnerlichung unserer christlichen Feste doch vollbracht haben, den Grundgedanken, der in diesem Fest steckt, auf diese ursprüngliche Art und Weise zu empfinden? Wohl nur, wenn man sich ganz und gar darauf einlässt. Wenn man es zulässt, dass einen jedes Jahr wieder die gleiche Freude und Faszination der „Erwartung“ erfasst.

„Wenn die Geschenke nicht den Glanz der Kerzen sehen, dann ist es nicht das selbe“, pflegt meine Mutter zu sagen. Sie hat recht. Nachgereichte Päckchen oder Gutscheine bedeuten mir nichts. Es ist nur noch der runter gerissene Materialwert, der übrig bleibt und nicht einmal der.

Es hat etwas, dieses „sich richten“ für den einen einzigen Tag. Dieses Ritualisierte und doch wieder ganz neue. Es ist der Zauber der Geburt. Wenn man es zulässt. Es ist auch anstrengend und aufreibend. Und auch kommt es dazwischen vor, dass ich mir überlege, dass ich das im nächsten Jahr nicht mehr mache. Es kommt auch vor, dass ich den Faden dabei verliere.

Jetzt, wo alles hinter mir liegt, bin ich rundum versöhnt und beseelt über diesen Gedanken. Ich bin fast vergnügt, denn es lässt mich vermuten, dass Christi Geburt zu verstehen ist. Auch ohne die übergeordnete Religiosität, die darüber schwebt. Es passiert etwas mit mir, weil ich mich darauf einlasse und weil ich es ernst damit meine.

 

Artikel von

2 Töchter, verheiratet, Inhaberin einer Agentur für Kunstvermittlung und Kulturveranstaltungen.

Hallo,
Bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

Die Motherbook-Autoren versuchen, alle unerwünschten Beiträge fernzuhalten. Trotzdem ist es uns nicht möglich, alle Beiträge zu überprüfen. Motherbook kann deshalb nicht für den Inhalt der Beiträge verantwortlich gemacht werden. Jeder Nutzer trägt für seine Beiträge die Verantwortung. Wir weisen darauf hin, dass Beiträge, die gegen geltendes Recht verstoßen, auch im Internet der Strafverfolgung unterliegen und zur Anzeige gebracht werden können.

Kommentar hinterlassen