Re­sü­mee – ein Jahr Betreuungsgeld und Anspruch auf Betreuungsplätze für unter Dreijährige

Betreuungsgeld – Motherbook®

 Seit einem Jahr gibt es das Betreuungsgeld und es ist in diesem Monat von 100 auf 150 Euro aufgestockt worden – genauso seit einem Jahr gibt es den Rechtsanspruch auf einem Betreuungsplatz in einer Kita für unter Dreijährige. Beides sind staatliche Unterstützungsversuche für Familien, die helfen sollen unser demographisches Problem zu lösen und eine neue Gender-Gerechtigkeit zu fördern. Es stellt sich nun die Frage: Sind diese beiden Instrumente tauglich?

Besonders umstritten ist das Betreuungsgeld: von der CSU gefordert – von der CDU nur widerstrebend eingeführt, wird es von vielen als “Herdprämie” und als rückwärtsgewandt eingestuft. Die restlichen Parteien forden daher die Abschaffung dieser noch neuen staatlichen Leistung. Das Pro und Contra Betreuungsgeld wird jedoch auch unter Eltern jenseits sonstiger politischer Einstellungen kontrovers diskutiert. Dabei darf nicht vermischt werden: die Befürworter des Betreuungsgeldes sind nicht zwangsläufig CSU-Wähler und konservativ.

 Birgit Kelles Kampf für die Hausfrauen und Mütter soll eine neue Form des Feminismus anregen, aber “für viele Zeitgenossen gilt Birgit Kelle als ewig gestrig. Sie fordert 1200 Euro Betreuungsgeld, mehr Respekt für Hausfrauen und legt ihren Finger in die Wunde unzureichender Familienpolitik.”

Auch wenn Mütter entspannt die Erfüllung ihres Kariere- und Kinderwunsches umsetzen wollen, finden sie zur Zeit kaum geeignete Voraussetzungen vor. Jedenfalls bleibt das Problem, wenn Kinder und Kariere sich gleichzeitig und parallel entfalten sollen. Echte Wahlfreiheit für Familien wäre wichtig – daran gemessen ist aber das Betreuungsgeld nur eine kleine Geste, fast ein Almosen, wenn man bedenkt, dass der Staat monatlich ca. 1500 Euro für einen Kitaplatz aufwendet. Die 150 Euro des Betreuungsgeldes wirken da fast wie ein staatliches Misstrauensvotum gegenüber elterlicher Kompetenz.

Die Bedingungen in den Kitas entsprechen weithin nicht den Forderungen der Experten – müssten erheblich nachgebessert werden. Auch die Arbeitsbedingungen in den Unternehmen sind Mütter mir kleineren oder gar mehreren Kindern nicht förderlich.

Die “Voraussetzungen sind aber nicht erfüllt. Noch immer muss man, wie auch Birgit Kelle konstatiert, oft wählen, ob man zugunsten der Arbeit seine Kinder nur am Wochenende sieht oder zugunsten der Kinder im Büro nur die Drecksarbeit erledigt. Solange sich hieran nichts ändert, ist es aber kein Wunder, wenn einige Mütter noch immer kein Interesse zeigen, Familie und Beruf zu vereinbaren. So kontern Frauenrechtlerinnen wie die Berliner Soziologin Jutta Allmendinger.”

  Daher hat sich eine traurige Realität entwickelt: Kinder sind nur Spielball der Politik. Die Bedingungen in den Kitas sind für alle Beteiligten wenig zufriedenstellend.

Zum Betreunngsgeld – Zeit-online/Familie
Zum Betreunngsgeld – Zeit-online/Familie

 

Fragt man einmal “Wie läuft’s mit der Kinderbetreuung?” – so fehlen nach wie vor Betreuungsplätze… der Hauptkritikpunkt aber ist die Qualität der Kitas. Allein schon der ungünstige Betreuungschlüssel bleibt weit hinter dem von Experten geforderten zurück.

Ein Jahr Kita-Rechtsanspruch Wie läuft's mit der Kinderbetreuung?
Ein Jahr Kita-Rechtsanspruch
Wie läuft’s mit der Kinderbetreuung?

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung gibt es zu wenig Erzieherinnen in Kitas, worunter nicht nur die Kinder, sondern auch die Erzieher zu leiden haben.

Gegenüber Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen wollen, herrscht eine Haltung, die von Skepsis hinsichtlich hinreichender häuslicher Förderung bis zu einer unglaublichen Überheblichkeit reicht. U.a. Müttern aus sog. “bildungsfernen” Familien wird die Fähigkeit ihre Kinder eigenständig zu erziehen aberkannt. Da bleibt die Frage, ob hier einer Mutter, die z.B. aus einem kleinen anatolischen Dorf ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland kommt, die soziale Kompetenz für die Erziehung ihres Kleinkindes abgesprochen werden darf… Das gilt besonders dann, wenn die Alternative für das Kind ein Kitaplatz unter obigen Bedingungen ist.

Für mich als erfahrene Mutter von 4 Kindern, wäre es absolut unvorstellbar, täglich  über viele Stunden alleine für 4 oder mehr unter Dreijährige verantwortlich zu sein. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Eltern mit einem nicht hohen Bildungsniveau aber viel Liebe zum Kind fähig sind ihrem Kind mit hoher emotionaler Qualität das Urvertrauen und die Bindungsfähigkeit und -sicherheit zu vermitteln, die es für ein erfülltes Leben stark machen.

Immer wieder habe ich beobachten können, wie Familien mit halbwüchsigen Kindern ohne Deutschkenntnisse aus irgendeinem Land der Welt nach Deutschland kamen und ihre Kinder innerhalb kurzer Zeit zu den Klassenbesten gehörten… Kinder sind unglaublich lernfähig, wenn man sie nicht an ihrer Enfaltung hindert und sie die wichtige emotionale Sicherheit und Stärke entwickeln können, die unumstritten eine wichtige Basis für ein glückliches Leben sind.

Für die Zukunft wäre es wichtig – neben Betreuungsplätzen und einem adäquaten Betreuungsgeld – Eltern Angebote zu machen, die sie in ihrer Erziehungs-Kompetenz  stärken und Erziehungsarbeit absichern. Das wäre ein guter Schritt in Richtung echter Wahlfreiheit für Familien und hätte mit Sicherheit einen positiven Umkehr-Effekt auf die weiterhin sinkende Geburtenrate.

 

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4 Kinder, 1 Enkel, 1 Ehemann, Mompreneur: Gründerin der AKADEMIE FÜR MATRISOPHIE® mit MOTHERBOOK®, BLOMM + ...

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