Brustkrebs – ein Thema mit Berührungsängsten

Bis eine Freundin mit 23 Jahren an Brustkrebs erkrankte, war dies ein Thema, das  mich bisher in keinster Weise berührt oder beschäftigt hat. Auf einmal jedoch wichen Themen rund um Jungs, Uni und Party Gesprächen zu Chemo, Stanzbiopsie oder Mammotom. Gelernt habe ich daraus, dass es jede Frau jeden Alters treffen kann. Deswegen möchte ich diesen Blogpost mit vielen Ausrufezeichen an alle Mütter und Töchter richten. Denn es gibt eine Zeit in der die Frau im Kreislauf des Mutterwerdens und Mutterseins, des Stillens und Erziehens kleiner Kinder ihre eigenen Gesundheit hinten anstellt. Doch besonders als Mutter steht man in der Verantwortung für sich selbst zu sorgen, um möglichst gut und lange für die Familie da sein zu können.

 

Damit wir verstehen, relevant dieses Thema ist, hier ein paar Zahlen & Fakten:

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Man kann mittlerweile einige Risikofaktoren mit Brustkrebst in Verbindung setzen, die ich hier für Euch zusammenfassen möchte. Risiken sind natürlich nur an Wahrscheinlichkeiten geknüpft und sollten, wie ich finde, auch mit Vorsicht genossen werden.

 

Risiko und Brustkrebs

 

1. Hormone

  • Die längerfristige Einnahme der “Pille” zur Empfängnisverhütung kann einen ungünstigen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko haben.
  • Schwangerschaft und Stillen senkt das Risiko. Der schützende Effekt von Schwangerschaften und Geburten wird weiter verstärkt, wenn eine Frau ihr Kind stillt.
  • Frühe erste Regelblutung und ein spätes Einsetzen der Wechseljahre gelten als risikosteigernd.
  • Auch Hormonen in Kosmetika, Chemikalien und Gebrauchsgegenständen wird ein negativer Einfluss auf das Brustkrebsrisiko nachgesagt.
  • Besonders Aluminium in Deodorant wird immer wieder mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht.

 

Lebensstil (Ernährung, Bewegung, Drogen)

  • Brustkrebs scheint eng mit der Energiebilanz zusammen zu hängen. Ausgewogene Ernährung und der damit einhergehende intakte Stoffwechsel hat einen positiven Einfluss auf das Brustkrebsrisiko
  • Wer im Alltag aktiv ist (Laufen statt, Auto fahren, spazieren gehen und natürlich Sport per se) senkt das Brustkrebsrisiko
  • Übergewicht, besonders nach den Wechseljahren scheint das Risiko zu steigern (auch wenn das noch nicht eindeutig belegt wurde)
  • Brustkrebsrisiko steigt parallel zur Menge des konsumierten Alkohols an
  • Grundsätzlich wird geraten auf eine ausgewogenen Kohlenhydrate und zuckerarme Ernährung zu achten damit das Stoffwechselsystem nicht in „Schieflage gerät“

Vererbung

  • Experten gehen heute davon aus, dass höchstens fünf bis zehn von hundert Brustkrebspatientinnen ein vererbtes oder vererbbares Risiko aufweisen.

 

Weitere Informationen zu Risikofaktoren und aktuellen Erkenntnissen findet ihr am Ende meines Beitrags.

 

Viel wichtiger als Wahrscheinlichkeiten und Risiken finde ich, darüber informiert zu werden, was man genau tun kann, um eine bewusste Prävention zu betreiben. Deswegen habe ich euch einige Tipps zusammengesucht bzw gestellt:

 

1 Für alle Frauen: Folge einem gesunden Lebensstil, Halte Dein Gewicht im Normalbereich (Body-Mass-Index unter 25), bleib in Bewegung (mindestens 30 Minuten pro Tag von mittlerer Intensität), minimiere Alkoholkonsum (ein Getränk Tag oder weniger) und, natürlich, nicht rauchen.

2. Für junge Frauen: Stille Deine Kinder so lange wie möglich. Frauen, die für mindestens ein Jahr stillen, haben insgesamt ein geringeres Risiko Brustkrebs zu entwickeln.

3 Für Frauen in den Wechseljahren: Vermeide Hormonersatztherapien. Eine Hormontherapie in den Wechseljahren erhöht das Risiko für Brustkrebs. Wenn Du Hormone nehmen musst, um Wechseljahresbeschwerden zu bewältigen, dann vermeide diejenigen, die Progesteron enthalten, und begrenze die Verwendung auf weniger als drei Jahre. ” Bioidentischen ” Hormone und hormonelle Cremes und Gele sind nicht sicherer als verschreibungspflichtige Hormone und sollte auch vermieden werden.

4 Für Frauen mit hohem Risiko: Erwäge eine östrogenblockierendes Medikament. Frauen mit einer Familiengeschichte von Brustkrebs oder die Brustbiopsien hatten oder über 60 sind, sollten mit ihrem Arzt über die Vor-und Nachteile von Östrogenblockern sprechen.

5 . Wenn Du über 40 bist, dann gehe zur regelmäßigen Früherkennung. Die Früherkennung von Brustkrebs bietet die besten Chancen für eine Heilung. (Man sollte hier aber anmerken, dass der vermehrte Einsatz der Früherkennung mittels Mammographie durchaus umstritten ist, ebenso Risiken birgt und unnötige Sorgen macht)
6 . Kennen Deine Risiken. Informieren Deinen Arzt, wenn Du Familienmitglieder hast, die Brustkrebs gehabt haben (vor allem Mutter oder eine Schwester).
7. Nicht vor Screenings wegen Unbehagen oder Angst der Ergebnisse zurückschrecken: Eine Mammographie sollte nie schmerzhaft sein. Um Beschwerden zu reduzieren, versuchen die Screenings nach der monatlichen Periode zu planen, dann ist das Brustgewebe weniger empfindlich. Die meisten Anomalien  die nach einer Mammographie gefunden werden, sind nicht Krebs. Doch in einigen Fällen können Sie zu weiteren Tests, wie zusätzliche Mammographie oder Ultraschall-Screening führen, um zu bestätigen, dass das Gebiet auf der Screening-Mammographie normal ist. (Auch hier sollte man anmerken, dass man den häufigen Einsatz heutiger Screeningtechniken mit Vorsicht zu genießen sollte. Weitere Infos sind am Ende dieses Posts zu finden.

8. Mache Dich vertraut mit Deiner Brust! Taste sie regelmäßig ab und wenn Du nicht weißt, wie das funktioniert, lass es Dir von Deinem Arzt erklären.

 

Folgenden Lebensmitteln sagt man übrigens eine krebshemmende Wirkung nachsagt:

Alle Lebensmittel, die Omega3 Fettsäuren enthalten (Kaltwasserfische wie Lachs, kaltgepresste Öle wie Leinöl, aber auch verschiedene Algen)

Avocados, Broccoli, Kohl, Blumenkohl, Karotten, Knoblauch, Süßkartoffeln, Pilze und Bohnen. Grapefruits, Feigen, Orangen, Zitronen, Trauben, Papayas, Himbeeren, Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, Kirschen, Tomaten und Birnen. Grüner Tee und Ingwertee, Gewürze wie Curcumin, Ingwer, Cayenne-Pfeffer (Capsaicin), Zimt und Kräuter wie Rosmarin, Oregano, Petersilie und Salbei

 

Außerdem wurden in einer vor einigen Tragen erschienen US- Studie 17 Chemikalien in Zusammenhang mit Brustkrebs gestellt. Diese Chemikalien findet ihr hier.

Daraus resultierende Empfehlungen sind wie folgt:

  • Wenig Kontakt mir Abgasen.
  • Beim Braten eine Abzugshaube benutzen und stark angebratene Nahrung vermeiden
  • Beim Kauf von Matratzen und Sofas enthaltene Polyurethanschaumstoffe oder Brennschutzmittel vermeiden
  • Auf Textilien mit fleckenabweisenden Eigenschaften verzichten und kein Tetrachlorethen, Perchlorethylen oder andere industrielle Fettlösungsmittel verwenden
  • Trinkwasser mit Kohlefiltern reinigen
  • Straßenschuhe in der Wohnung ausziehen um Transport von Schadstoffen zu vermeiden

 

Ich möchte mit diesem Post lediglich uns vielbeschäftigen Mütter daran erinnern auch hin und wieder einen Moment für sich und die eigene Gesundheit zu nehmen, auch wenn uns das Leben mit Kindern rund um die Uhr einspannt.

 

Liebe Grüße

Ulrike

 

Quellen:

http://www.krebsinformationsdienst.de/

http://www.brustkrebs-info.de

http://www.fhcrc.org/en/diseases/breast-cancer/top-tips-breast-cancer-prevention-screening-treatment-survivorship.html

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/anti-krebs-lebensmittel-ia.html

http://www.praxisvita.de/7-tipps-so-vermeiden-sie-brustkrebs

 

Weitere lesenswerte Artikel und Beiträge:

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-05/brustkrebs-frueherkennung-mammografie

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/brustkrebs-frueherkennung-forscher-streiten-ueber-mammografie-studie-a-681520.html

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/diagnose/studie-ueber-brustkrebs-diese-chemikalien-foerdern-die-tumorbildung_id_3842888.html

http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/zweifel-an-brustkrebs-screening-hoffnungslos-uebertherapiert-12914806.html

http://www.silentspring.org/our-research/research-updates/new-study-identifies-priority-breast-carcinogens-and-biomonitoring-met

http://programm.ard.de/TV/Programm/Alle-Sender/?sendung=2848712059180640

 

 

 

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

Ein Kommentar

  1. Prävention kann viel Leid verhindern. Deshalb halte ich Punkt 4 für sehr gut. Meine Tante ließ sie immer überprüfen und neulich hatten sie leider Brustkrebs entdeckt. Der Arzt sagte, dass der Krebs leicht zu behandeln ist, weil sie schon früh da war. Dies bedeutet, dass eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Wiederherstellung besteht. Deshalb halte ich es für gut, wenn Frauen regelmäßig kontrolliert werden.

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