„Aus Dir ist doch auch etwas geworden“, oder die “richtige” Erziehung

Drei Generationen – Motherbook

„Aus Dir ist doch auch was geworden“, oder die leidliche Frage um die richtige Erziehung

 Erziehungsstile verändern sich mit den Generationen

Meine Großeltern würden sicher sagen, dass ich meine Tochter verziehe. Meine Eltern denken wahrscheinlich, dass ich nicht genug Grenzen setze. Andere Mütter meinen vielleicht wiederum, dass es falsch ist, mein Kind so viel entscheiden zu lassen.

Verschiedene Generationen bedeuten verschiedene Familienmodelle. Es bedeutet auch ganz unterschiedliche Erziehungsstile. Um die eigenen Erziehungsstile zu rechtfertigen, zweifelt man andere an. Und das ist selten böse gemeint. Vielmehr rührt es doch daher, dass man den eigenen Stil erfolgreich praktiziert (hat). „Aus Dir ist doch auch was geworden“ hören die Kinder von ihren Eltern, wenn sie versuchen ihren „neuen“ Erziehungsstil zu verteidigen. Das es kein richtig oder falsch gibt, ist vielen eigentlich klar. Dennoch wird man sich bei Erziehungsfragen nicht einigen können.

 

Was wollen/können wir mit unserer Erziehung erreichen

Vielmehr sollten wir uns doch fragen, was wir mit unserer Erziehung erreichen wollen. Was ist unsere Motivation? Welchen Weg sollen unsere Kinder einschlagen und womit wollen wir sie ausstatten? Die eigenen Werte sind die Eckfeiler unserer Erziehung und das Grundgerüst dafür, was wir uns für unsere Kinder und von unseren Kindern wünschen.

Möchten wir ein gehorsames Kind? Dann ist es sicherlich nicht verkehrt schnell Grenzen und Regeln einzuführen.

Möchten wir ein selbstständiges Kind? Dann darf es ruhig schon frühzeitig vieles alleine probieren, üben und erfahren.

Möchten wir ein empathisches Kind? Dann schadet es wohl nicht auf soziale Kontakte viel Wert zu legen und über Gefühle zu sprechen.

Möchten wir einen Individualisten oder einen Teamplayer, soll unser Kind loyal, sensibel, offen oder geerdet sein?

Andere Erziehungsmethoden verstehen und doch die eigenen bewahren

Diese Reihe kann man beliebig fortsetzen. Und wenn man sich dazu noch genau anschaut, wie die Kinder selbst geschaffen sind, welchen Charakter sie haben und welchen Platz sie in der Familie einnehmen, dann ist es meist gar nicht mehr so schwierig das Gegenüber und seine Erziehungsmethoden zu verstehen ohne die eigenen gleich über Bord werfen zu müssen.

 

Dann versteht man auf einmal, warum unsere Großeltern kleine Soldaten oder Fabrikarbeiter heranzogen, warum unsere Eltern freiheitsliebende Individualisten aus uns machten und warum wir unsere Kinder bedürfnisorientiert aufwachsen sehen wollen…Und dass auch aus allen etwas geworden ist…

Wie seht Ihr das?

Artikel von

Jungmutter einer kleinen Tochter, Mompreneuer, Master in interkultureller Kommunikation, ausgebildete Mediatorin

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