Advent, Advent, ein Lichtlein brennt….

Adventskranz

Alle Jahre wieder beginnt mit den letzten stürmischen Novembertagen die allerstressigste Familien-Zeit, die Vorweihnachtszeit. Basteln, Wohnung dekorieren, gemeinsam Musik machen, backen und, ach ja, sich um die Geschenke kümmern. Jedes Wochenende ist schon Monate im voraus verplant.
Bei uns bedeutet das: Praktisch am Tag nach dem Geburtstag unserer Ältesten (27.11.) Adventskranz aufhängen und dekorieren und die Adventskalender der Kinder füllen. (Obacht: Gleich für St. Nikolaus mitdenken; das vermeidet doppelte Wege!)
Am 2. Adventswochenende backen wir traditionell ca. einen Zentner Plätzchen, gern gemeinsam mit Schulfreunden unserer Kinder. Das wird sich in diesem Jahr aber auf das 3. Adventswochenende verschieben, denn es stehen zwei Konzerte an: Am Freitagabend und am Sonntagnachmittag werden Vater und die halb- bis vollwüchsigen Kinder gemeinsam mit anderen musizieren. Die Mutter blättert um und singt.
So vergeht die Zeit im Dezember rasend, denn wir gehen dann und wann auch arbeiten und in vielen Firmen stauen sich die Aufgaben zum Jahresende hin. Das alles zu koordinieren, habe ich in gut zwanzig Jahren Elterndasein ganz gut hinbekommen, was aber jedes Jahr die fein ausgetüftelte Konstruktion zum Einsturz zu bringen droht, sind Weihnachtsfeiern.
Schon im ersten Kindergartenjahr hat es uns fast überrollt: Die Weihnachtsfeier dort (“Wir hatten an ein Büffet gedacht; was bringen Sie mit?” – Glaube bitte niemand, dass gekaufte Plätzchen in diesem Falle o.k. seien.) und beim Eltern-Kind-Sport; später kamen noch die Weihnachtsvorspiele bei der Geigenlehrerin hinzu. Jeder dieser Nachmittage war vor allem für die Kinder sehr schön, das Licht war gedämpft, es roch gut nach Orangen, Nelken und Zimt. Es wurde gesungen, die Stimmung war heiter und besinnlich.
In der Grundschule nahm die Sache dann richtig Fahrt auf: Instrumentenvorspiel Ende November, Büffet im Sportverein, Weihnachtsfest der gesamten Schule auf dem Schulhof! Sowohl Eltern als auch Kinder hatten Standdienst: Waffeln backen, Glühwein und Kinderpunsch ausschenken. Die Angelegenheit wuchs sich zu einem regelrechten Weihnachtsmarkt (inklusive weihnachtlicher Blasmusik) aus, der zum Anziehungspunkt des gesamten Viertels wurde. Stets trafen wir glühweinselige Bekannte, die wir ewig (Seit dem letzten Schulweihnachtsmarkt?) nicht getroffen hatten.
Bitte addieren Sie zu diesem Trubel die Weihnachtsfeiern der Erwachsenen an den Abenden (der Kollegenkreis, die Firma, der Chor, der Sportverein…) und multiplizieren Sie das ganze mit drei – wir haben drei Kinder! O.k. ich übertreibe hier etwas: zeitweise gingen die beiden Jüngeren gemeinsam auf eine Schule – ziehen Sie einen Nachmittag wieder ab. Jetzt aber sind sie auf getrennten, einander im Bereich Schulmusik einen erbitterten Wettstreit liefernden Gymnasien. Wir gehen also in mindestens zwei, jedes auf seine Art grandiose Schulkonzerte und können das auch genießen. Der Stress ebbt also in den letzten beiden Jahren ab, zumal das studentische Umfeld unserer ältesten Tochter auf Adventsbesinnlichkeit mit Eltern von Kommilitonen – glücklicherweise, sage ich da – keinen Wert legt.
Am 4. Advent sind wir häufig bei meinen eigenen Eltern: ” Hach, Ihr kommt ja nie zu Besuch im Advent! Ich weiß gar nicht, warum wir eigentlich dekorieren…” Zu heilig Abend zünden wir die Kerzen unseres Adventskranzes an. Ist manchmal ein bisschen fummelig: Der Kranz ist trocken und nadelt schon heftig und die Kerzendochte brennen beim ersten Mal immer so schwer.

Artikel von

2 Töchter, 1 Sohn, verheiratet, Online-Redakteurin, Coach

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